Einleitung: Die Welt der Photovoltaik einfach verstehen
Wer sich mit Photovoltaik beschäftigt – sei es als Hausbesitzer, Planer oder Einsteiger – stößt schnell auf eine Vielzahl technischer Fachbegriffe. Von Kilowattpeak (kWp) über Wechselrichter bis hin zu Eigenverbrauchsquote oder EEG-Vergütung: Das Vokabular rund um Solarstrom ist umfangreich und kann auf den ersten Blick verwirrend wirken.
Damit du den Überblick behältst, findest du hier ein umfassendes Photovoltaik Glossar, das die wichtigsten Begriffe der Photovoltaik erklärt – verständlich, praxisnah und aktuell.
Egal, ob du eine PV-Anlage planst, bereits betreibst oder einfach mehr über die Solarwelt erfahren möchtest – dieses Glossar hilft dir, Fachbegriffe schnell zu verstehen und richtig einzuordnen.
A – Von Amper bis Autarkie
Amper (A)
Die Einheit für elektrische Stromstärke. Sie beschreibt, wie viel elektrische Ladung pro Sekunde durch einen Leiter fließt. In der PV-Technik ist die Stromstärke relevant für die Auslegung der Kabel und Sicherungen.
Anschlussleistung
Die maximale elektrische Leistung, die eine Photovoltaikanlage in das Stromnetz einspeisen darf. Diese hängt von der Größe der Anlage (kWp) und den Vorgaben des Netzbetreibers ab.
Anlagenertrag
Die tatsächlich erzeugte Strommenge einer PV-Anlage innerhalb eines bestimmten Zeitraums, gemessen in Kilowattstunden (kWh). Der Ertrag variiert je nach Standort, Ausrichtung und Wetter.
Autarkiequote
Sie zeigt an, wie unabhängig ein Haushalt vom öffentlichen Stromnetz ist. Eine Autarkiequote von 70 % bedeutet, dass 70 % des Strombedarfs aus eigener PV-Erzeugung gedeckt werden.
B – Balkonkraftwerk bis Blindleistung
Balkonkraftwerk
Eine Mini-PV-Anlage für Balkon, Terrasse oder Garten, die meist 600 bis 800 Watt Leistung hat. Ideal für Mieter und Einsteiger, da sie per Steckdose angeschlossen wird. Synonyme: Mini-Solaranlage, Stecker-Solargerät.
Batteriespeicher
Ein Gerät, das überschüssigen Solarstrom speichert, um ihn später – etwa nachts – zu nutzen. Er erhöht den Eigenverbrauch und die Unabhängigkeit.
Bifaziales Modul
Ein Solarmodul, das auf beiden Seiten Licht aufnehmen kann. Besonders effizient auf hellen Untergründen oder bei reflektierendem Schnee.
Blindleistung
Elektrische Energie, die zwischen Verbraucher und Netz pendelt, ohne in nutzbare Energie umgewandelt zu werden. Sie beeinflusst die Netzstabilität, wird aber nicht in der Stromrechnung verrechnet.
C – CO₂-Einsparung bis Cradle-to-Cradle
CO₂-Einsparung
Einer der größten Vorteile von Photovoltaik: Jede erzeugte Kilowattstunde Solarstrom spart rund 400 Gramm CO₂ gegenüber konventionellem Strommix. Eine 10 kWp-Anlage spart so etwa 4 Tonnen CO₂ pro Jahr.
Cradle-to-Cradle
Ein Nachhaltigkeitsprinzip, das besagt, dass Produkte (wie PV-Module) komplett recycelbar sein sollten. Immer mehr Hersteller richten ihre Produktion danach aus.
D – Dachneigung bis Doppelfunktion
Dachneigung
Der Winkel des Daches zur Horizontalen. In Deutschland liegt der optimale Neigungswinkel für PV-Anlagen zwischen 30° und 40°, um den besten Jahresertrag zu erzielen.
Dachintegrierte Photovoltaik
Hierbei werden Solarmodule direkt in die Dachhaut integriert, anstatt sie auf das Dach zu montieren. Diese Lösung ist ästhetisch ansprechend, aber teurer.
Degradation
Der natürliche Leistungsabfall eines Solarmoduls im Laufe der Jahre. Gute Module verlieren pro Jahr nur etwa 0,3–0,5 % Leistung.
Doppelfunktion
Viele PV-Elemente übernehmen heute mehrere Funktionen – etwa Stromerzeugung und Beschattung, z. B. bei Carports oder Glasfassaden.
E – Eigenverbrauch bis Einspeisevergütung
Eigenverbrauch
Der Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, der direkt im Haushalt genutzt wird. Je höher der Eigenverbrauch, desto wirtschaftlicher die Anlage. Mit Speicher und intelligentem Energiemanagement kann er auf bis zu 80 % steigen.
Eigenverbrauchsquote
= (Eigenverbrauch ÷ PV-Erzeugung) × 100
Zeigt, wie viel des erzeugten Stroms du tatsächlich selbst nutzt.
EEG – Erneuerbare-Energien-Gesetz
Das EEG regelt die Förderung und Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in Deutschland. Es legt u. a. die Einspeisevergütung und die Meldepflichten fest.
Einspeisevergütung
Die Vergütung pro Kilowattstunde, die du erhältst, wenn du überschüssigen Solarstrom ins Netz einspeist. 2025 liegt sie je nach Anlagengröße zwischen 7 und 13 Cent pro kWh.
Ertrag
Der tatsächlich erzeugte Solarstrom – gemessen in kWh pro Jahr. Abhängig von Standort, Modulqualität und Wetter.
F – Flachdach bis Frequenzumrichter
Flachdachmontage
Eine Montageart, bei der Module aufgeständert werden, um den optimalen Winkel zur Sonne zu erreichen. Ideal für Dächer mit 0–10° Neigung.
Fremdeinspeisung
Wenn Solarstrom nicht vom Anlagenbetreiber selbst, sondern z. B. durch Mieter oder Dritte genutzt wird – relevant bei Mieterstrommodellen.
Frequenzumrichter
Ein Bauteil im Wechselrichter, das die Frequenz des erzeugten Stroms (meist 50 Hz) reguliert, um ihn kompatibel zum öffentlichen Netz zu machen.
G – Gleichstrom bis Garantie
Gleichstrom (DC)
Der Strom, der direkt von den Solarmodulen erzeugt wird. Er wird durch den Wechselrichter in Wechselstrom (AC) umgewandelt, der im Haushalt genutzt werden kann.
Garantie
PV-Module haben meist 25 Jahre Leistungsgarantie und 10–15 Jahre Produktgarantie. Hochwertige Hersteller bieten auch mehr.
Grid-Tied-System
Ein System, das ans Stromnetz angeschlossen ist (Standard bei den meisten Anlagen). Überschüsse werden ins Netz eingespeist.
H – Halbleiter bis Hybridwechselrichter
Halbleiter
Das Material (meist Silizium), aus dem Solarzellen bestehen. Es leitet Strom nur unter bestimmten Bedingungen – ideal für die Umwandlung von Licht in Energie.
Hybridwechselrichter
Ein Wechselrichter, der sowohl den Strom der PV-Anlage als auch eines Batteriespeichers managen kann. Besonders effizient und platzsparend.
I – Inselanlage bis Inbetriebnahme
Inselanlage
Eine autarke PV-Anlage ohne Netzanschluss, oft in abgelegenen Regionen, Gartenhäusern oder Wohnmobilen. Sie versorgt Verbraucher über Akku und Laderegler.
Inbetriebnahme
Der Moment, in dem deine PV-Anlage offiziell ans Netz geht und Strom produziert. Vorher erfolgt eine technische Abnahme und Zählerinstallation.
K – Kilowattpeak bis Klimaschutz
Kilowattpeak (kWp)
Die Maßeinheit für die Nennleistung einer PV-Anlage unter Standardbedingungen.
Beispiel: Eine Anlage mit 10 kWp erzeugt in Deutschland rund 9.000–11.000 kWh pro Jahr.
Kabelquerschnitt
Der Durchmesser der Stromleitungen, entscheidend für Effizienz und Sicherheit. Zu dünne Kabel verursachen Spannungsverluste.
Klimaschutz
Photovoltaik ist ein zentraler Baustein des Klimaschutzes. Eine 10-kWp-Anlage spart jedes Jahr so viel CO₂, wie 200 Bäume binden.
L – Leistung bis Lithium-Ionen-Akku
Leistung (Watt / Kilowatt)
Die aktuelle elektrische Leistung der PV-Anlage. Sie schwankt je nach Sonneneinstrahlung.
Lithium-Ionen-Akku
Die gängigste Speichertechnologie. Sie überzeugt durch hohe Effizienz, lange Lebensdauer (über 6.000 Zyklen) und geringe Selbstentladung.
Lastprofil
Beschreibt, wann und wie viel Strom im Haushalt verbraucht wird – wichtig für die Dimensionierung von Anlage und Speicher.
M – Modul bis Marktstammdatenregister
Modul (Solarmodul)
Das zentrale Element einer PV-Anlage, bestehend aus mehreren Solarzellen, die Sonnenlicht in Strom umwandeln.
MPP-Tracking (Maximum Power Point Tracking)
Funktion im Wechselrichter, die die Module ständig am optimalen Arbeitspunkt betreibt, um den höchsten Ertrag zu erzielen.
Marktstammdatenregister
Zentrales Register der Bundesnetzagentur, in dem alle PV-Anlagen in Deutschland gemeldet werden müssen – auch kleine Balkonkraftwerke.
N – Neigung bis Nennleistung
Neigungswinkel
Der Winkel, in dem Solarmodule zur Sonne ausgerichtet sind. Ein Winkel von 30–40° ist ideal für maximale Jahresleistung.
Nennleistung
Die maximale elektrische Leistung eines Moduls unter standardisierten Testbedingungen (STC). Sie wird in Wattpeak (Wp) angegeben.
O – Ost-West-Ausrichtung bis Offgrid
Ost-West-Ausrichtung
Eine beliebte Montagevariante auf Flachdächern, bei der die Module nach Osten und Westen geneigt werden. Vorteil: gleichmäßige Stromproduktion über den Tag.
Offgrid-System
= Inselanlage – vollständig unabhängig vom öffentlichen Stromnetz, z. B. in Berghütten oder Tiny Houses.
P – Photovoltaik bis PV-Ertrag
Photovoltaik (PV)
Die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie mittels Solarzellen.
Das Wort setzt sich zusammen aus „Photo“ (Licht) und „Voltaik“ (nach Alessandro Volta, dem Entdecker der Elektrizität).
PV-Anlage
Eine komplette Solaranlage inklusive Module, Wechselrichter, Verkabelung und ggf. Speicher.
PV-Ertrag
Die jährlich erzeugte Strommenge, gemessen in kWh pro kWp. Durchschnittlich 900–1.100 kWh pro kWp in Deutschland.
R – Rücklaufsperre bis Recycling
Rücklaufsperre
Sicherheitsfunktion in Stromzählern, die verhindert, dass sich der Zähler rückwärts dreht, wenn Strom ins Netz eingespeist wird.
Recycling von PV-Modulen
Alte Module können zu über 90 % recycelt werden – Glas, Aluminium und Silizium werden wiederverwendet. Nachhaltigkeit spielt eine zunehmend große Rolle.
S – Solarzelle bis Speicherkapazität
Solarzelle
Das kleinste Element einer PV-Anlage, das Sonnenlicht in elektrische Energie umwandelt. Viele Zellen ergeben ein Modul.
Solarmodul
Mehrere Solarzellen, die zusammen in einem Rahmen montiert sind und als Einheit arbeiten.
Solarthermie
Nicht zu verwechseln mit Photovoltaik: Solarthermie nutzt Sonnenenergie zur Wärmeerzeugung (z. B. Warmwasser).
Solarstrom
Der elektrische Strom, der durch Photovoltaikanlagen erzeugt wird – sauber, erneuerbar und emissionsfrei.
Speicherkapazität
Die Menge an Energie (in kWh), die ein Batteriespeicher aufnehmen kann. Bestimmt, wie lange gespeicherter Strom genutzt werden kann.
T – Trafo, Tracking & Temperaturkoeffizient
Trafoloser Wechselrichter
Moderne Wechselrichter arbeiten ohne Transformator – sie sind leichter, effizienter und leiser.
Tracking-System
Nachführsystem, das Solarmodule automatisch der Sonne nachführt, um den Ertrag um bis zu 30 % zu steigern.
Temperaturkoeffizient
Ein Maß dafür, wie stark die Leistung eines Solarmoduls bei Hitze abnimmt. Gute Module verlieren weniger als 0,4 % Leistung pro °C Temperaturanstieg.
U – Umwandlungswirkungsgrad bis Unterkonstruktion
Umwandlungswirkungsgrad
Der Anteil der Sonnenenergie, den die Solarzellen in Strom umwandeln. Aktuelle Module erreichen bis zu 22–23 % Wirkungsgrad.
Unterkonstruktion
Das Montagesystem, das die Module sicher auf Dach, Fassade oder Boden befestigt. Es sorgt für Stabilität und optimale Belüftung.
V – Verschattung bis Volt
Verschattung
Schon kleine Schatten (z. B. durch Bäume oder Antennen) können den Ertrag stark mindern. Moderne Module nutzen Bypass-Dioden, um Verluste zu reduzieren.
Volt (V)
Die elektrische Spannung – also der Druck, mit dem Strom durch Leitungen fließt.
In PV-Anlagen werden häufig 600–1.000 Volt Gleichspannung erzeugt.
W – Wechselrichter bis Wirkungsgrad
Wechselrichter
Das „Herzstück“ der PV-Anlage. Er wandelt den von den Modulen erzeugten Gleichstrom in wechselstromfähige Energie (230 V) um, die im Haushalt genutzt oder eingespeist wird.
Wirkungsgrad
Zeigt, wie effizient die Anlage arbeitet – also wie viel Prozent der Sonneneinstrahlung tatsächlich in Strom umgewandelt werden.
Z – Zähler bis Zyklenfestigkeit
Zähler
Misst den erzeugten und verbrauchten Strom. Moderne Anlagen verwenden digitale Zweirichtungszähler, die Einspeisung und Verbrauch getrennt erfassen.
Zyklenfestigkeit
Bezeichnet, wie oft ein Batteriespeicher vollständig geladen und entladen werden kann, bevor seine Kapazität sinkt.
Gute Speicher schaffen über 6.000 Zyklen – das entspricht rund 15 Jahren Lebensdauer.
Zusätzliche Begriffe, die du kennen solltest
- Netzbetreiber: Zuständig für den Netzanschluss und die Abrechnung der Einspeisung.
- Eigenverbrauchsoptimierung: Strategien, um den Eigenverbrauch zu erhöhen (z. B. Geräte tagsüber nutzen, Speicher einsetzen).
- Energieflussdiagramm: Visualisiert, wie Strom in der PV-Anlage erzeugt, genutzt und eingespeist wird.
- PV-Monitoring: Überwachungssystem zur Analyse von Erträgen und Effizienz.
- Nulleinspeisung: Betriebsart, bei der kein Strom ins Netz eingespeist wird – oft bei reinen Eigenverbrauchsanlagen.
Fazit: Mit dem Photovoltaik Glossar zur vollen Übersicht
Die Welt der Photovoltaik ist faszinierend, aber technisch komplex. Dieses Photovoltaik Glossar hilft dir, alle wichtigen Begriffe schnell zu verstehen – von der Anlageplanung über den Eigenverbrauch bis zur Stromspeicherung.
Wenn du weißt, was sich hinter Begriffen wie Wechselrichter, kWp oder Eigenverbrauchsquote verbirgt, kannst du deine Anlage besser planen, effizienter nutzen und bewusster investieren.
Kurz gesagt:
Mit diesem Glossar beherrschst du das Vokabular der Solarenergie – und bist bestens vorbereitet für den Einstieg in die Photovoltaik.
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