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    Startseite » Was besagt die EEG-Umlage und gilt sie noch?
    Photovoltaik Grundlagen

    Was besagt die EEG-Umlage und gilt sie noch?

    FlorianBy Florian11. November 2025Keine Kommentare8 Mins Read
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    Die Energiewende in Deutschland ist ohne das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) kaum vorstellbar. Jahrzehntelang war die sogenannte EEG-Umlage ein zentraler Bestandteil dieses Gesetzes – sie hat maßgeblich dazu beigetragen, den Ausbau von Solar-, Wind- und Biogasanlagen zu fördern. Doch viele Betreiber und Verbraucher fragen sich heute: Was genau besagte die EEG-Umlage – und gilt sie überhaupt noch?

    In diesem Artikel beleuchten wir die Geschichte, Funktionsweise und heutige Relevanz der EEG-Umlage. Sie erfahren, wie die Umlage entstanden ist, wozu sie diente, warum sie abgeschafft wurde und was das für Photovoltaikanlagen-Betreiber, Eigenversorger und Stromkunden bedeutet.


    Inhalt

    1. Was ist die EEG-Umlage?
    2. Ziele und Grundgedanke der EEG-Umlage
    3. Wie funktionierte die EEG-Umlage?
    4. Historische Entwicklung der EEG-Umlage
    5. Warum wurde die EEG-Umlage eingeführt?
    6. Wie wurde die EEG-Umlage berechnet?
    7. EEG-Umlage und Eigenverbrauch – was galt für PV-Anlagenbetreiber?
    8. Kritik an der EEG-Umlage
    9. Abschaffung der EEG-Umlage – seit wann gilt sie nicht mehr?
    10. Wer profitiert von der Abschaffung der EEG-Umlage?
    11. Was bedeutet das Ende der EEG-Umlage für Photovoltaikanlagen?
    12. Wie wird der Ausbau der erneuerbaren Energien künftig finanziert?
    13. Praxisbeispiele: Wie sich die Abschaffung der EEG-Umlage auswirkt
    14. Häufige Fragen (FAQ) zur EEG-Umlage
    15. Fazit: Was besagt die EEG-Umlage und gilt sie noch?

    Was ist die EEG-Umlage?

    Die EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage) war ein zentraler Finanzierungsmechanismus des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), das im Jahr 2000 in Kraft trat.

    Sie regelte, wie die Förderung von Strom aus erneuerbaren Energien – also aus Solar-, Wind-, Wasser- oder Biomasseanlagen – finanziert wird.
    Das Prinzip war einfach:
    Alle Stromverbraucher in Deutschland beteiligten sich über die Stromrechnung an den Kosten für den Ausbau erneuerbarer Energien.

    Kurz gesagt:

    Die EEG-Umlage war eine Abgabe pro Kilowattstunde Strom, die von den Stromkunden gezahlt wurde, um die Einspeisevergütung der Betreiber von Solar- und Windanlagen zu finanzieren.

    Damit war sie über viele Jahre Motor der Energiewende – aber auch ein kontroverses Thema in Politik und Gesellschaft.


    Ziele und Grundgedanke der EEG-Umlage

    Die EEG-Umlage hatte von Anfang an ein klares Ziel:
    Den Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix erhöhen, indem private und gewerbliche Investoren gezielt gefördert werden.

    Die drei Hauptziele:

    1. Förderung des Ausbaus erneuerbarer Energien
      → Durch garantierte Einspeisevergütungen wurden Investitionen in Photovoltaik & Co. attraktiv.
    2. Technologische Entwicklung und Kostensenkung
      → Mit wachsender Nachfrage sanken Produktionskosten für Solarmodule und Windkraftanlagen drastisch.
    3. Klimaschutz und CO₂-Reduktion
      → Strom aus Sonne, Wind und Biomasse sollte fossile Energien ersetzen.

    Die EEG-Umlage war also kein Selbstzweck, sondern ein gezieltes Finanzierungsinstrument für den ökologischen Umbau des Stromsektors.


    Wie funktionierte die EEG-Umlage?

    Das Prinzip hinter der EEG-Umlage lässt sich vereinfacht so darstellen:

    1. Betreiber von Solaranlagen speisten ihren erzeugten Strom in das öffentliche Netz ein.
    2. Netzbetreiber waren gesetzlich verpflichtet, diesen Strom zu festgelegten Vergütungssätzen abzunehmen – oft über 20 Jahre garantiert.
    3. Da die Einspeisevergütung meist über dem Börsenstrompreis lag, entstand eine Differenz.
    4. Diese Differenzkosten wurden über die EEG-Umlage auf alle Stromverbraucher verteilt.

    Beispiel:

    • Einspeisevergütung: 20 Cent/kWh
    • Börsenstrompreis: 5 Cent/kWh
    • Differenz: 15 Cent/kWh
      → Diese 15 Cent wurden über die EEG-Umlage von allen Stromkunden getragen.

    Damit wurden die Kosten des Ökostrom-Ausbaus solidarisch verteilt, während Investoren Planungssicherheit erhielten.


    Historische Entwicklung der EEG-Umlage

    Die EEG-Umlage wurde im Jahr 2000 eingeführt und war über zwei Jahrzehnte hinweg fester Bestandteil der Strompreise.

    JahrEEG-Umlage (ct/kWh)Ereignis / Entwicklung
    20000,19Einführung des EEG
    20050,68Beginn starker PV-Förderung
    20102,05Ausbau der Windenergie
    20146,24Höchststand erreicht
    20206,76Rekordniveau, Beginn staatlicher Entlastung
    20223,72Staatliche Senkung zur Strompreisdämpfung
    1. Juli 20220,00EEG-Umlage abgeschafft

    Über viele Jahre war die EEG-Umlage ein Symbol für den Fortschritt, aber auch für steigende Strompreise – ein Spagat, der letztlich zur Reform führte.


    Warum wurde die EEG-Umlage eingeführt?

    Hintergrund der Einführung war die Idee, den Markt für erneuerbare Energien zu starten, ohne auf staatliche Subventionen aus Steuermitteln angewiesen zu sein.

    Die Kosten sollten gerecht verteilt werden:

    • Wer Strom verbrauchte, sollte auch die Energiewende mitfinanzieren.
    • Wer in saubere Energie investierte, wurde durch feste Vergütungen belohnt.

    Dieses Prinzip führte zu einem massiven Ausbau von Solaranlagen in Deutschland – insbesondere zwischen 2010 und 2013, als die Modulpreise stark fielen und die Einspeisevergütungen noch hoch waren.


    Wie wurde die EEG-Umlage berechnet?

    Die Berechnung erfolgte jährlich durch die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB), die einen EEG-Kontenstand führten.

    Die Formel war komplex, orientierte sich aber im Kern an:

    EEG-Umlage = (Ausgaben für Vergütungen – Einnahmen aus Stromverkauf) ÷ verbrauchte Strommenge

    Je stärker der Ausbau erneuerbarer Energien, desto höher die Differenz – und desto stärker stieg die Umlage.


    EEG-Umlage und Eigenverbrauch – was galt für PV-Anlagenbetreiber?

    Ab 2014 führte der Gesetzgeber eine Besonderheit ein:
    Auch Betreiber von größeren Photovoltaikanlagen mussten EEG-Umlage auf selbst verbrauchten Strom zahlen – allerdings in reduzierter Form.

    Regelung bis 2022:

    • PV-Anlagen < 10 kWp: Eigenverbrauch befreit von EEG-Umlage
    • PV-Anlagen > 10 kWp: 40 % der regulären Umlage auf Eigenverbrauch

    Beispiel:

    Ein Betreiber einer 30-kWp-Anlage verbraucht 10.000 kWh selbst.
    → Umlagepflichtiger Anteil: 4.000 kWh × EEG-Satz (z. B. 6,5 ct) = 260 €.

    Mit der Abschaffung 2022 entfiel auch diese Regelung – heute ist Eigenverbrauch vollständig umlagefrei.


    Kritik an der EEG-Umlage

    Trotz ihres Erfolgs beim Ausbau der erneuerbaren Energien geriet die EEG-Umlage zunehmend in die Kritik.

    Hauptkritikpunkte:

    1. Steigende Strompreise:
      Die Umlage erhöhte den Strompreis für private Haushalte um bis zu 20 %.
    2. Ungleichbehandlung:
      Energieintensive Industrien waren teilweise befreit, während Privathaushalte die Hauptlast trugen.
    3. Marktverzerrung:
      Kritiker bemängelten, dass das System den Wettbewerb auf dem Strommarkt verzerrte.
    4. Überförderung in der Anfangszeit:
      Frühe PV-Anlagen erhielten hohe Vergütungen – weit über den heutigen Marktpreisen.

    Trotz dieser Punkte war die EEG-Umlage unbestritten ein entscheidender Hebel für die Energiewende.


    Abschaffung der EEG-Umlage – seit wann gilt sie nicht mehr?

    Am 1. Juli 2022 wurde die EEG-Umlage offiziell abgeschafft.
    Seitdem zahlen Stromverbraucher keine Umlage mehr über den Strompreis.

    Gründe für die Abschaffung:

    • Entlastung der Verbraucher angesichts steigender Energiepreise
    • Vereinfachung des Strommarktes
    • Finanzierung der Energiewende künftig aus dem Bundeshaushalt

    Damit wurde ein System beendet, das über 20 Jahre lang den Ausbau der erneuerbaren Energien finanzierte – erfolgreich, aber zunehmend unpraktisch.


    Wer profitiert von der Abschaffung der EEG-Umlage?

    1. Privathaushalte

    Stromkunden zahlen seit Juli 2022 rund 4 bis 5 Cent weniger pro Kilowattstunde.
    Das entspricht einer jährlichen Ersparnis von ca. 150–200 Euro für einen durchschnittlichen Vierpersonenhaushalt.

    2. Unternehmen

    Auch Betriebe profitieren, insbesondere solche mit hohem Stromverbrauch – eine wichtige Entlastung in Zeiten hoher Energiepreise.

    3. PV-Anlagenbetreiber

    Der Eigenverbrauch ist nun vollständig befreit. Betreiber sparen nicht nur Stromkosten, sondern auch die früher anteilige Umlage.


    Was bedeutet das Ende der EEG-Umlage für Photovoltaikanlagen?

    Für Betreiber von Solaranlagen ergeben sich mehrere positive Effekte:

    1. Keine EEG-Umlage mehr auf Eigenverbrauch
      → Der selbst erzeugte Strom ist komplett umlagefrei – unabhängig von Anlagengröße.
    2. Einfachere Abrechnung
      → Keine Abführung oder Nachweisführung mehr nötig.
    3. Höhere Wirtschaftlichkeit
      → Eigenverbrauch rechnet sich stärker als je zuvor, da Stromkosten steigen, aber Umlagekosten wegfallen.
    4. Förderstabilität bleibt
      → Bestehende EEG-Einspeisevergütungen bleiben unverändert gültig.

    Kurzum:
    Das Ende der EEG-Umlage bedeutet mehr Freiheit und Wirtschaftlichkeit für private und gewerbliche Photovoltaikbetreiber.


    Wie wird der Ausbau der erneuerbaren Energien künftig finanziert?

    Nach der Abschaffung der Umlage finanziert sich die EEG-Förderung nun aus staatlichen Mitteln – genauer gesagt aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF).

    Der KTF wird gespeist durch:

    • Einnahmen aus dem CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe
    • Haushaltsmittel des Bundes
    • Überschüsse aus Emissionszertifikaten

    Damit werden die bisherigen EEG-Kosten vergesellschaftet und nicht mehr direkt auf Stromverbraucher umgelegt.

    Vorteile dieses Systems:

    • Strompreise sinken durch Wegfall der Umlage
    • Klimaschutz bleibt finanzierbar
    • Investitionsanreize bleiben erhalten

    Die Energiewende wird somit aus einem breiteren, gerechteren Finanzierungsmodell getragen.


    Praxisbeispiele: Wie sich die Abschaffung der EEG-Umlage auswirkt

    Beispiel 1: Privathaushalt mit PV-Anlage (10 kWp)

    • Eigenverbrauch: 40 %
    • Vorher: 0,4 × 6,5 ct/kWh = 2,6 ct/kWh EEG-Umlage
    • Nach Abschaffung: 0,00 €
      Ergebnis: Jährliche Ersparnis von rund 120 €

    Beispiel 2: Gewerbebetrieb mit 50-kWp-Anlage

    • Eigenverbrauch: 60 %
    • Vorherige Umlagepflicht: ca. 40 % der regulären EEG-Umlage
    • Nach Abschaffung: keine Umlage
      Ergebnis: Wirtschaftlichkeit der Anlage verbessert sich deutlich.

    Häufige Fragen (FAQ) zur EEG-Umlage

    Gilt die EEG-Umlage 2025 noch?

    Nein. Seit Juli 2022 ist sie dauerhaft abgeschafft und wird auch künftig nicht wieder eingeführt.

    Was passiert mit alten EEG-Anlagen?

    Bestehende Anlagen behalten ihre Einspeisevergütung. Die Abschaffung betrifft nur die Umlage, nicht die Förderung.

    Muss ich etwas umstellen, wenn ich eine PV-Anlage betreibe?

    Nein. Netzbetreiber und Stromversorger haben die Umstellung automatisch vorgenommen.

    Wie wirkt sich die Abschaffung auf den Strompreis aus?

    Der Strompreis wurde um die Höhe der EEG-Umlage (rund 4–5 Cent/kWh) gesenkt – allerdings können andere Faktoren ihn wieder steigen lassen.


    Fazit: Was besagt die EEG-Umlage und gilt sie noch?

    Die EEG-Umlage war über zwei Jahrzehnte das Herzstück der deutschen Energiewende.
    Sie machte den Ausbau erneuerbarer Energien – insbesondere der Photovoltaik – überhaupt erst möglich.

    Heute ist sie Geschichte: Seit dem 1. Juli 2022 gilt sie nicht mehr.
    Der Wegfall entlastet Verbraucher und Betreiber, vereinfacht Abrechnungen und stärkt die Eigenversorgung mit Solarstrom.

    Finanziert wird die Förderung erneuerbarer Energien nun über den Bundeshaushalt, was den Strompreis langfristig stabilisieren soll.

    👉 Fazit in einem Satz:
    Die EEG-Umlage hat die Energiewende ermöglicht – ihr Ende markiert den Beginn einer neuen, faireren Finanzierungsphase für erneuerbare Energien.

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    Florian
    Florian
    • Website

    Florian ist erfahrener Obermonteur für Photovoltaik-Großanlagen bei einem der führenden Solaranbieter in Deutschland. Seit vielen Jahren begleitet er große PV-Projekte von der ersten Baustellenplanung bis zur finalen Inbetriebnahme. Zu seinen Schwerpunkten gehören Freiflächenanlagen, große Industriedächer, komplexe Montagesysteme und leistungsstarke Gewerbeanlagen.

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