Einleitung: Warum eine gute PV-Planung entscheidend ist
Die Entscheidung für eine eigene Photovoltaikanlage ist ein wichtiger Schritt hin zu Unabhängigkeit, Nachhaltigkeit und langfristiger Kostenersparnis. Doch bevor die Module aufs Dach kommen, steht eine entscheidende Phase an – die PV-Planung.
Eine durchdachte Planung entscheidet darüber, ob deine Solaranlage später optimal funktioniert, sich wirtschaftlich lohnt und rechtlich auf sicheren Beinen steht. Viele Hausbesitzer unterschätzen diese Phase – dabei lassen sich durch eine strukturiert aufgebaute PV-Planung nicht nur Fehler vermeiden, sondern auch mehr Ertrag und Effizienz erzielen.
Diese Checkliste für die PV-Planung führt dich Schritt für Schritt durch alle wichtigen Punkte – von der Standortanalyse über die Anlagengröße bis hin zu Anmeldung, Förderung und Inbetriebnahme.
Am Ende weißt du genau, welche Punkte du beachten musst, um deine PV-Anlage optimal zu planen – egal ob du sie selbst realisierst oder einen Fachbetrieb beauftragst.
1. Bedarfsanalyse – Wie viel Strom brauchst du wirklich?
Der erste Schritt jeder PV-Planung ist die Analyse deines Stromverbrauchs. Nur wenn du weißt, wie viel Energie dein Haushalt verbraucht, kannst du die Anlage sinnvoll dimensionieren.
Checkliste Bedarfsanalyse
✅ Jahresstromverbrauch (kWh) aus den letzten Abrechnungen ermitteln
✅ Verbrauchsverhalten prüfen (z. B. morgens, mittags, abends)
✅ Zukünftige Änderungen berücksichtigen – etwa:
- E-Auto-Anschaffung
- Wärmepumpe
- Ausbau des Haushalts
Richtwerte für typische Haushalte
| Haushaltsgröße | Stromverbrauch / Jahr | Empfohlene PV-Leistung |
|---|---|---|
| 1–2 Personen | 2.000–3.000 kWh | 3–5 kWp |
| 3–4 Personen | 3.500–5.000 kWh | 5–8 kWp |
| 5+ Personen | 5.500–7.000 kWh | 8–10 kWp |
Tipp: Wenn du künftig ein E-Auto oder eine Wärmepumpe planst, rechne 1.500–2.000 kWh zusätzlich ein.
2. Standortanalyse – Ist dein Dach geeignet?
Nicht jedes Dach eignet sich gleich gut für Photovoltaik. Eine gründliche Standortanalyse hilft, Potenziale und Grenzen zu erkennen.
Checkliste Standortanalyse
✅ Dachausrichtung prüfen
✅ Dachneigung messen
✅ Verschattungen analysieren (z. B. durch Bäume, Nachbargebäude, Schornsteine)
✅ Dachfläche und Statik überprüfen
Optimale Bedingungen für PV-Anlagen
| Kriterium | Idealwert | Kommentar |
|---|---|---|
| Ausrichtung | Süden | Höchster Ertrag |
| Neigung | 30–40° | Optimal für Deutschland |
| Verschattung | Keine | Jede Verschattung mindert Leistung |
| Fläche | 6–8 m²/kWp | Durchschnittlicher Platzbedarf |
Tipp:
Wenn dein Dach nicht perfekt ausgerichtet ist, ist das kein Problem. Ost-West-Ausrichtungen liefern über den Tag verteilt gleichmäßig Strom – ideal für Eigenverbrauch.
3. Dachprüfung & Statik – Sicherheit geht vor
Eine Solaranlage bringt Gewicht auf das Dach. Daher sollte die Tragfähigkeit geprüft werden, besonders bei älteren Gebäuden.
Checkliste Dachprüfung
✅ Dacheindeckung intakt? (Ziegel, Schiefer, Blech, Flachdach)
✅ Dachstuhl und Sparren stabil?
✅ Dachhaut dicht und in gutem Zustand?
✅ Blitzschutz vorhanden oder nachrüstbar?
✅ Schneelastzone und Windzone beachten
Ein Dachdecker oder Statiker kann beurteilen, ob dein Dach ohne Sanierung belastbar genug ist.
Tipp: Wenn ohnehin eine Dachsanierung ansteht, kombiniere sie mit der PV-Installation – das spart Gerüstkosten und Aufwand.
4. Planung der Anlagengröße – Wie groß sollte deine PV-Anlage sein?
Die Dimensionierung deiner PV-Anlage hängt von Stromverbrauch, Dachfläche, Budget und gewünschter Eigenversorgung ab.
Checkliste Anlagengröße
✅ Stromverbrauch & Zukunftsbedarf berücksichtigen
✅ Eigenverbrauchsquote optimieren (Ziel: 30–70 %)
✅ Dachfläche und Neigung einbeziehen
✅ Budgetrahmen festlegen
✅ Wirtschaftlichkeit berechnen
Faustformel:
1 kWp PV-Leistung erzeugt in Deutschland im Schnitt 900–1.100 kWh Strom pro Jahr.
Beispiel:
Eine 8 kWp-Anlage produziert rund 8.000 kWh im Jahr – genug für einen 4-Personen-Haushalt plus E-Auto.
5. Auswahl der Komponenten – Qualität zahlt sich aus
Eine PV-Anlage besteht aus mehreren Hauptkomponenten, die sorgfältig aufeinander abgestimmt sein müssen.
Checkliste Komponenten
✅ Solarmodule: Monokristallin (hoher Wirkungsgrad, langlebig)
✅ Wechselrichter: passend zur Modulleistung, mit MPP-Tracking
✅ Montagesystem: passend zur Dachart (Schrägdach, Flachdach, Carport)
✅ Verkabelung: witterungsbeständig, UV-stabil
✅ Monitoring-System: Online-Überwachung für Ertragskontrolle
Beispielhafte Modularten
| Typ | Wirkungsgrad | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Monokristallin | 20–22 % | Hoher Ertrag, platzsparend | Etwas teurer |
| Polykristallin | 15–18 % | Günstiger | Geringerer Wirkungsgrad |
| Glas-Glas-Module | 20–23 % | Sehr langlebig, robust | Schwerer, teurer |
6. Stromspeicher – Sinnvolle Ergänzung oder Luxus?
Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch erheblich und macht unabhängiger vom Stromnetz.
Checkliste Speicherplanung
✅ Strombedarf am Abend und in der Nacht analysieren
✅ Speichergröße berechnen (Faustregel: 1 kWh Speicherkapazität pro 1.000 kWh Jahresverbrauch)
✅ Technologie vergleichen (Lithium-Ionen, LiFePO₄)
✅ Effizienz und Garantie prüfen
✅ Preis-Leistungs-Verhältnis bewerten
Beispielrechnung:
- PV-Anlage: 8 kWp
- Stromverbrauch: 5.000 kWh
- Speichergröße: ca. 5–8 kWh
Vorteil: Eigenverbrauch steigt von 30 % auf 65–80 %.
Nachteil: Zusätzliche Kosten von 4.000–8.000 €.
7. Wirtschaftlichkeitsberechnung – Rechnet sich die PV-Anlage?
Eine PV-Anlage ist eine Investition, die sich über viele Jahre auszahlt. Eine solide Wirtschaftlichkeitsberechnung ist daher Pflicht.
Checkliste Wirtschaftlichkeit
✅ Anschaffungskosten aller Komponenten
✅ Förderungen & steuerliche Vorteile berücksichtigen
✅ Eigenverbrauch & Einspeisung berechnen
✅ Strompreissteigerung einkalkulieren
✅ Laufzeit und Amortisationszeitpunkt bestimmen
Beispielrechnung
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Anlagengröße | 8 kWp |
| Kosten | 12.000 € |
| Jahresertrag | 8.000 kWh |
| Eigenverbrauch | 60 % |
| Ersparnis Stromkosten | 1.500 € / Jahr |
| Amortisation | ca. 8 Jahre |
Danach liefert die Anlage jahrzehntelang kostenlosen Solarstrom.
8. Förderungen und Finanzierung – Geld vom Staat nutzen
In Deutschland gibt es attraktive Förderprogramme für PV-Anlagen, die deine Investition deutlich günstiger machen können.
Checkliste Förderungen
✅ 0 % Mehrwertsteuer (seit 2023 für PV & Speicher)
✅ KfW-Förderung (Programm 270) – zinsgünstiger Kredit
✅ Landesförderungen (z. B. Bayern, NRW, Berlin)
✅ Kommunale Zuschüsse (z. B. Städte oder Stadtwerke)
✅ Förderung für Stromspeicher (regional unterschiedlich)
Tipp: Prüfe zusätzlich Eigenverbrauchsoptimierungen über steuerliche Abschreibungen, falls du als Unternehmer einspeist.
9. Rechtliche Vorgaben und Genehmigungen
Damit deine Anlage rechtssicher betrieben werden kann, sind bestimmte Anmeldungen und Vorschriften einzuhalten.
Checkliste Rechtliches
✅ Anmeldung beim Netzbetreiber (vor Inbetriebnahme)
✅ Eintrag ins Marktstammdatenregister (Bundesnetzagentur)
✅ EEG-konforme Installation
✅ Versicherungsschutz prüfen (z. B. Wohngebäudeversicherung, Haftpflicht, Ertragsausfallversicherung)
✅ Steuerliche Anmeldung prüfen (Kleinunternehmerregelung möglich)
Wichtig:
Seit 2023 entfällt für private Anlagen unter 30 kWp die Umsatzsteuerpflicht – ein klarer Vorteil für Privathaushalte.
10. Auswahl des Installateurs – Qualität entscheidet
Die Qualität der Installation ist entscheidend für die Sicherheit und Leistungsfähigkeit deiner Anlage.
Checkliste Installateurwahl
✅ Erfahrung & Zertifizierungen (z. B. Elektrofachbetrieb, ZVEH-Mitglied)
✅ Referenzen & Kundenbewertungen prüfen
✅ Transparentes Angebot mit Leistungsdaten
✅ Garantien auf Komponenten und Montage
✅ Wartungs- und Servicevertrag anbieten lassen
Tipp:
Hole mindestens zwei bis drei Angebote ein und vergleiche nicht nur den Preis, sondern auch die Leistungsangaben, Garantien und Serviceleistungen.
11. Planung des Eigenverbrauchs – Solarstrom clever nutzen
Je höher dein Eigenverbrauch, desto rentabler deine PV-Anlage.
Mit smarter Planung kannst du den Anteil selbst genutzten Solarstroms deutlich erhöhen.
Checkliste Eigenverbrauchsoptimierung
✅ Geräte mit Timerfunktion nutzen (Waschmaschine, Geschirrspüler)
✅ Warmwasserbereitung über PV-Strom (z. B. Heizstab oder Wärmepumpe)
✅ E-Auto tagsüber laden (mit Wallbox und PV-Steuerung)
✅ Speicherintegration planen
✅ Smart-Home-Systeme einsetzen
Beispiel:
Wenn du 30 % statt 60 % Eigenverbrauch erzielst, sparst du jährlich bis zu 800 € mehr.
12. Monitoring und Wartung
Eine moderne PV-Anlage sollte regelmäßig überwacht und gewartet werden, um maximale Leistung zu sichern.
Checkliste Monitoring
✅ Online-Portal oder App zur Ertragsüberwachung nutzen
✅ Ertragsdaten regelmäßig prüfen
✅ Abweichungen oder Fehler frühzeitig erkennen
✅ Jährliche Sichtprüfung auf Verschmutzung oder Defekte
✅ Professionelle Wartung alle 3–5 Jahre
13. Anmeldung und Inbetriebnahme
Wenn alles vorbereitet ist, erfolgt die finale Anmeldung und Inbetriebnahme.
Checkliste Inbetriebnahme
✅ Installation abgeschlossen und geprüft
✅ Zählerwechsel (digitaler Zweirichtungszähler)
✅ Anmeldung beim Netzbetreiber abgeschlossen
✅ Registrierung im Marktstammdatenregister
✅ Protokoll & Messwerte dokumentiert
Ab diesem Moment erzeugt deine Anlage offiziell grünen Solarstrom – und du bist ein Teil der Energiewende.
14. Versicherung und Absicherung
Damit du langfristig abgesichert bist, solltest du deine PV-Anlage richtig versichern.
Checkliste Versicherung
✅ Photovoltaikversicherung (gegen Sturm, Hagel, Feuer, Diebstahl)
✅ Ertragsausfallversicherung (bei längeren Defekten)
✅ Haftpflichtversicherung (für eventuelle Schäden Dritter)
✅ Erweiterung der Gebäudeversicherung prüfen
Eine umfassende Absicherung kostet meist 30–70 € jährlich und lohnt sich in jedem Fall.
15. Nachhaltigkeit und Zukunftsperspektive
Photovoltaik ist nicht nur eine wirtschaftliche Entscheidung – sondern auch ein Beitrag zur Klimawende.
Schon eine 10 kWp-Anlage spart jährlich rund 4 Tonnen CO₂ ein.
Mit einer PV-Anlage machst du dich unabhängig, nutzt regionale Energie und steigerst gleichzeitig den Wert deiner Immobilie.
Tipp für die Zukunft:
- Vorbereitung auf E-Mobilität (Wallbox einplanen)
- Erweiterungsmöglichkeiten berücksichtigen
- Hybridwechselrichter wählen (PV + Speicher kompatibel)
16. Praxisbeispiel: Von der Idee zur fertigen Anlage
Familie Berger aus Rheinland-Pfalz hat 2024 eine 9 kWp-Anlage mit 10 kWh Speicher installiert.
Ablauf ihrer PV-Planung:
- Stromverbrauch: 5.000 kWh / Jahr
- Dachanalyse: Süd-West-Ausrichtung, 35° Neigung
- Angebot: 12.800 €
- Förderung: 1.000 € vom Land
- Installation & Anmeldung: 4 Wochen
- Eigenverbrauch: 70 %, Ersparnis 1.500 €/Jahr
- CO₂-Ersparnis: 3,6 Tonnen jährlich
„Dank einer klaren Checkliste wussten wir genau, was wir beachten müssen. Jetzt produziert unser Haus fast doppelt so viel Energie, wie wir verbrauchen.“
17. Typische Fehler bei der PV-Planung – und wie du sie vermeidest
❌ Dachverschattung unterschätzt – vorab Schattenanalyse durchführen.
❌ Anlage zu klein dimensioniert – lieber etwas Reserve einplanen.
❌ Billigkomponenten gewählt – Qualität zahlt sich langfristig aus.
❌ Keine Eigenverbrauchsstrategie – Solarstrom muss optimal genutzt werden.
❌ Versicherung vergessen – bei Schäden teuer.
18. Kurze Zusammenfassung: Deine PV-Planung in 10 Schritten
- Strombedarf analysieren
- Dach und Standort prüfen
- Anlagengröße festlegen
- Komponenten auswählen
- Wirtschaftlichkeit berechnen
- Förderungen prüfen
- Fachbetrieb auswählen
- Installation planen
- Anmeldung durchführen
- Anlage überwachen & warten
Fazit: Mit der richtigen Checkliste zur erfolgreichen PV-Planung
Eine durchdachte PV-Planung ist der Schlüssel zu einer effizienten, wirtschaftlichen und langlebigen Solaranlage.
Mit dieser Checkliste für die PV-Planung kannst du Schritt für Schritt prüfen, ob du alle Aspekte bedacht hast – von der Dachanalyse bis zur Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Kurz gesagt:
Wer seine Photovoltaikanlage gut plant, spart langfristig bares Geld, vermeidet Fehler und trägt aktiv zur nachhaltigen Energiezukunft bei.
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, den ersten Schritt zu machen: Plane deine PV-Anlage strukturiert, prüfe alle Punkte sorgfältig – und starte in dein persönliches Solarprojekt.
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