Einleitung: Warum die richtige Größe deiner PV-Anlage entscheidend ist
Immer mehr Hausbesitzer, Unternehmen und Landwirte entscheiden sich für Solarstrom. Doch eine der häufigsten Fragen beim Einstieg in die Welt der Photovoltaik lautet: Wie groß sollte meine PV-Anlage sein?
Diese Frage ist entscheidend, denn die Größe deiner Photovoltaikanlage bestimmt nicht nur, wie viel Strom du erzeugen kannst, sondern auch, wie wirtschaftlich und effizient die Anlage arbeitet. Eine zu kleine Anlage deckt deinen Strombedarf nicht vollständig ab – eine zu große verursacht unnötige Kosten und erzeugt möglicherweise mehr Strom, als du sinnvoll nutzen kannst.
In diesem Leitfaden erfährst du Schritt für Schritt, wie du die optimale PV-Anlagengröße für dein Dach, deinen Verbrauch und dein Budget ermittelst. Wir betrachten alle relevanten Faktoren – vom Stromverbrauch über Dachfläche bis hin zu Speichern und Förderungen – und geben dir praxisnahe Tipps, mit denen du deine Entscheidung fundiert treffen kannst.
Inhalt
- Was bedeutet die Größe einer PV-Anlage überhaupt?
- Warum die richtige Dimensionierung so wichtig ist
- Wichtige Einflussfaktoren auf die Anlagengröße
- So berechnest du die optimale Größe deiner PV-Anlage
- Praxisbeispiele: Wie groß sollte eine PV-Anlage für Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus & Gewerbe sein?
- Dachfläche, Ausrichtung & Neigung – wie sie die Größe beeinflussen
- Wie Stromspeicher die Dimensionierung verändern
- Zukunftsplanung: Elektroauto, Wärmepumpe & steigender Stromverbrauch
- Wirtschaftlichkeit: Lohnt sich eine größere Anlage?
- Fazit: So findest du die ideale Größe deiner PV-Anlage
1. Was bedeutet die Größe einer PV-Anlage überhaupt? <a name=“größe-pv-anlage“></a>
Wenn man von der „Größe“ einer Photovoltaikanlage spricht, ist damit in der Regel die installierte Leistung in Kilowattpeak (kWp) gemeint.
- kWp (Kilowattpeak) gibt an, wie viel Leistung eine Anlage unter optimalen Bedingungen erbringen kann.
- Die tatsächlich erzeugte Strommenge hängt jedoch von Standort, Dachausrichtung, Verschattung und Wetter ab.
Beispiel:
Eine PV-Anlage mit 10 kWp Leistung produziert in Deutschland je nach Region etwa 9.000 bis 11.000 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr.
Je größer also deine PV-Anlage (in kWp), desto mehr Strom kann sie theoretisch erzeugen – aber desto höher sind auch die Anschaffungskosten.
2. Warum die richtige Dimensionierung so wichtig ist <a name=“dimensionierung“></a>
Die Größe deiner PV-Anlage beeinflusst:
- den Eigenverbrauchsanteil: Wie viel des erzeugten Stroms du selbst nutzt
- die Wirtschaftlichkeit: ob sich die Investition schnell amortisiert
- die Einspeisevergütung: wie viel du für überschüssigen Strom erhältst
- die Autarkiequote: wie unabhängig du vom Energieversorger wirst
Eine optimal dimensionierte Anlage sorgt für ein gesundes Gleichgewicht zwischen Ertrag, Kosten und Eigenverbrauch.
Zu kleine Anlagen führen oft dazu, dass du weiterhin viel Strom aus dem Netz beziehen musst. Zu große Anlagen hingegen erzeugen Überschüsse, die nur gering vergütet werden und die Amortisation verlängern.
3. Wichtige Einflussfaktoren auf die Anlagengröße <a name=“faktoren“></a>
Die optimale Größe deiner PV-Anlage hängt von mehreren individuellen Faktoren ab:
3.1. Stromverbrauch
Der wichtigste Ausgangspunkt ist dein jährlicher Stromverbrauch in Kilowattstunden (kWh).
Richtwerte für verschiedene Haushalte:
| Haushaltstyp | Personen | Stromverbrauch (kWh/Jahr) | Empfohlene PV-Leistung (kWp) |
|---|---|---|---|
| Single-Haushalt | 1 | 2.000 – 2.500 | 2,5 – 3,0 |
| Paarhaushalt | 2 | 3.000 – 4.000 | 4 – 5 |
| Familie | 3–4 | 4.500 – 6.000 | 5 – 7 |
| Großfamilie | 5+ | 6.500 – 8.000 | 7 – 10 |
3.2. Dachfläche
Je nach Art der Solarmodule benötigt man ca. 5–6 m² Dachfläche pro kWp.
Beispiel:
Eine PV-Anlage mit 10 kWp benötigt also rund 50–60 m² Dachfläche.
3.3. Dachausrichtung und Neigung
Ein Dach mit Südausrichtung und 30–35° Neigung ist ideal.
Bei Ost-West-Ausrichtung sinkt der Ertrag zwar um 10–15 %, dafür verteilt sich die Stromproduktion gleichmäßiger über den Tag – was den Eigenverbrauch erhöhen kann.
3.4. Standort
Der geografische Standort beeinflusst die jährliche Sonneneinstrahlung.
| Region | Durchschnittlicher Jahresertrag pro kWp |
|---|---|
| Norddeutschland | ca. 900–950 kWh |
| Mitteldeutschland | ca. 950–1.000 kWh |
| Süddeutschland | ca. 1.050–1.100 kWh |
4. So berechnest du die optimale Größe deiner PV-Anlage <a name=“berechnung“></a>
Schritt 1: Stromverbrauch analysieren
Schau dir deine letzten Stromrechnungen an. Notiere den Jahresverbrauch in kWh.
Schritt 2: Eigenverbrauchsquote festlegen
Überlege, wie viel deines erzeugten Stroms du selbst verbrauchen kannst.
Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauch typischerweise bei 25–35 %, mit Speicher bei 50–70 %.
Schritt 3: Strombedarf in kWp umrechnen
Eine Faustformel lautet:
kWp = Jahresstromverbrauch (kWh) ÷ 1.000
Beispiel:
Bei einem Verbrauch von 5.000 kWh ergibt das eine Anlagengröße von ca. 5 kWp.
Willst du zukünftige Stromverbraucher wie ein E-Auto oder eine Wärmepumpe berücksichtigen, solltest du etwas Reserve einplanen – etwa +20–30 %.
Schritt 4: Dachfläche prüfen
Multipliziere deine geplante Leistung mit 5–6 m², um zu sehen, ob die Dachfläche ausreicht.
Schritt 5: Wirtschaftlichkeit abschätzen
Zu große Anlagen können teuer werden, zu kleine unwirtschaftlich. Eine Kosten-Nutzen-Analyse ist hier entscheidend.
5. Praxisbeispiele: Wie groß sollte eine PV-Anlage sein? <a name=“praxis“></a>
Beispiel 1: Einfamilienhaus mit 4 Personen
- Stromverbrauch: 5.000 kWh
- Mit Speicher geplant
- Dach: Südausrichtung, 45 m² verfügbar
→ Empfohlene Größe: 7 kWp
→ Eigenverbrauch ca. 60 %, Rest wird eingespeist
→ Jahresertrag: ca. 6.800 kWh
Beispiel 2: Mehrfamilienhaus mit 2 Wohneinheiten
- Gesamtverbrauch: 8.000 kWh
- Dach: Ost-West-Ausrichtung, 100 m² verfügbar
→ Empfohlene Größe: 10–12 kWp
→ Guter Eigenverbrauch durch tagsüber aktiven Verbrauch
Beispiel 3: Gewerbebetrieb (Büro)
- Stromverbrauch: 15.000 kWh
- Nutzung tagsüber
→ Empfohlene Größe: 15–18 kWp
→ Hoher Eigenverbrauchsanteil, kaum Einspeisung
6. Dachfläche, Ausrichtung & Neigung – wie sie die Größe beeinflussen <a name=“dach“></a>
Eine PV-Anlage ist nur so gut wie ihr Standort. Selbst die größte Anlage bringt wenig, wenn sie ungünstig installiert ist.
6.1. Ausrichtung
- Süd: höchste Erträge
- Ost-West: gleichmäßigere Erträge, besserer Eigenverbrauch
- Nord: meist nicht sinnvoll (Ausnahme bei Flachdächern)
6.2. Dachneigung
- Optimal: 30–35°
- Flachdächer: flexible Aufständerung möglich
- Steildächer: Module werden parallel zur Dachfläche montiert
6.3. Verschattung
Achte auf Bäume, Kamine oder Nachbarhäuser. Schon Teilverschattungen können den Ertrag deutlich reduzieren. Leistungsoptimierer oder Mikro-Wechselrichter können helfen.
7. Wie Stromspeicher die Dimensionierung verändern <a name=“speicher“></a>
Ein Batteriespeicher verändert das gesamte Konzept der Anlagenplanung.
Vorteile:
- Du kannst überschüssigen Strom zwischenspeichern.
- Dein Eigenverbrauch steigt deutlich an.
- Du wirst unabhängiger vom Stromnetz.
Beispiel:
Ohne Speicher nutzt du ca. 30 % deines Solarstroms selbst.
Mit Speicher sind es 50–70 %.
Das bedeutet: Mit Speicher lohnt sich eine etwas größere PV-Anlage, da der zusätzliche Strom besser genutzt wird.
Typische Speichergrößen
| PV-Leistung (kWp) | Empfohlene Speichergröße (kWh) |
|---|---|
| 5 kWp | 5–7 kWh |
| 7 kWp | 7–10 kWh |
| 10 kWp | 10–14 kWh |
8. Zukunftsplanung: Elektroauto, Wärmepumpe & steigender Stromverbrauch <a name=“zukunft“></a>
Plane deine PV-Anlage nicht nur für heute, sondern auch für morgen.
Neue Verbraucher wie:
- Elektroautos (2.000–3.000 kWh/Jahr)
- Wärmepumpen (3.000–6.000 kWh/Jahr)
- Klimaanlagen oder E-Bikes
können deinen Strombedarf deutlich erhöhen.
Tipp:
Plane lieber 10–20 % Reserveleistung ein, um später nicht zu klein dimensioniert zu sein.
9. Wirtschaftlichkeit: Lohnt sich eine größere Anlage? <a name=“wirtschaftlichkeit“></a>
Die Kosten pro kWp sind in den letzten Jahren stark gesunken. Das bedeutet:
Je größer die PV-Anlage, desto günstiger wird der Preis pro kWp.
Durchschnittliche Kosten (Stand 2025)
| Anlagengröße | Preis pro kWp | Gesamtkosten (ca.) |
|---|---|---|
| 5 kWp | 1.400 € | 7.000 € |
| 7 kWp | 1.300 € | 9.100 € |
| 10 kWp | 1.200 € | 12.000 € |
Zudem erhältst du:
- EEG-Einspeisevergütung für Überschüsse
- Steuerliche Vorteile (bei bestimmten Konstellationen)
- Kostenersparnis durch Eigenverbrauch (ca. 30–40 Cent/kWh)
Eine größere Anlage kann sich also lohnen – besonders, wenn du deinen Eigenverbrauch optimierst oder Speichersysteme einsetzt.
10. Fazit: So findest du die ideale Größe deiner PV-Anlage <a name=“fazit“></a>
Die Frage „Wie groß sollte meine PV-Anlage sein?“ lässt sich nicht pauschal beantworten – aber mit den richtigen Berechnungen und Überlegungen findest du die optimale Lösung für dein Zuhause oder dein Unternehmen.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Grundlage ist dein Stromverbrauch.
- Plane mit 5–6 m² Dachfläche pro kWp.
- Mit Speicher darf die Anlage etwas größer ausfallen.
- Denke an zukünftige Verbraucher wie E-Auto oder Wärmepumpe.
- Die wirtschaftlich sinnvollste Größe liegt oft zwischen 5 und 10 kWp bei Einfamilienhäusern.
Wer klug plant, nutzt das volle Potenzial der Sonne – effizient, nachhaltig und wirtschaftlich.
👉 Tipp: Lass deine Dachfläche und deinen Stromverbrauch professionell analysieren. So erhältst du ein konkretes Angebot für die ideale Anlagengröße – perfekt abgestimmt auf deine Bedürfnisse.
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