Die Entscheidung für eine Photovoltaikanlage ist heute einfacher denn je – aber die tatsächliche Planung und die Auswahl eines seriösen Angebots bleiben für viele Hausbesitzer eine Herausforderung. Angebote wirken häufig ähnlich, klingen professionell und enthalten zahlreiche Fachbegriffe, die für Laien kaum zu beurteilen sind. Doch wenn später die Realität auf die Planung trifft, zeigt sich oft, dass wichtige Details fehlten oder falsch eingeschätzt wurden.
Genau hier hilft eine durchdachte Planungshilfe, mit der du Angebot und Realität vergleichen kannst. Sie schützt dich vor Fehlentscheidungen, versteckten Kosten, unrealistischen Ertragsversprechen und vermeidbaren Überraschungen während der Installation.
In diesem Artikel erfährst du, wie du eine Photovoltaikplanung richtig nachvollziehst, worauf du achten musst und welche Punkte du unbedingt prüfen solltest, bevor du eine Anlage in Auftrag gibst. Zusätzlich bekommst du professionelle Tipps, Checklisten, Praxisbeispiele und häufige Fehlerquellen – alles basierend auf echten Projektabläufen aus der Solarbranche.
1. Warum du Angebot und Realität unbedingt vergleichen musst
Viele Privatkunden verlassen sich vollständig auf das Angebot eines Installateurs – und genau das führt später zu Enttäuschungen. Denn:
- Nicht jede Dachfläche ist so effizient, wie es im Angebot aussieht.
- Verschattung wird oft unzureichend berücksichtigt.
- Angebote kalkulieren manchmal nur grob – ohne echte Ertragssimulation.
- Kosten werden gerne „optimistisch“ dargestellt.
- Zusätze wie Optimierer, Kabelwege oder Gerüstkosten fehlen oft.
- Der tatsächliche Stromverbrauch passt nicht zur geplanten Auslegung.
Eine strukturierte Planungshilfe für den Vergleich von Angebot und Realität sorgt dafür, dass du ein Angebot nicht einfach akzeptierst – sondern aktiv verstehst und bewertest.
2. Das Hauptproblem: Angebote sehen ähnlich aus, haben aber große Unterschiede
Auf den ersten Blick unterscheiden sich PV-Angebote selten deutlich. Es stehen:
- Modulanzahl
- Leistung (kWp)
- Hersteller
- Preis
- Wechselrichter
Doch was wirklich zählt, versteckt sich in Details. Beispiel:
Angebot A: 10 kWp, preiswert, wenig Detailangaben
Angebot B: 10 kWp, exakt kalkuliert mit Verschattung, Strings, Statik, Kabellängen, realistischen Ertragsdaten, exakter Kostenübersicht
Preisunterschied: 2.000–4.000 € – aber nicht ohne Grund.
Eine Planungshilfe, die Angebot und Realität abgleicht, zeigt dir schnell, welches der beiden Angebote wirklich seriös ist.
3. Die wichtigsten Kriterien zum Vergleich – Überblick
Wenn du ein PV-Angebot prüfst, solltest du es immer anhand dieser Kriterien vergleichen:
- Dachanalyse & Belegungsplan
- Verschattungsanalyse (3D oder real)
- Ertragsprognose
- Wechselrichterauslegung
- Stringplanung
- Speicherplanung
- Wirtschaftlichkeitsberechnung
- Kostenaufstellung
- Baustellenrealität (Zugang, Kabelführung, Gerüst)
- Installation, Garantie, Wartung
Die folgenden Kapitel gehen jedes dieser Kriterien detailliert durch.
4. Dachanalyse: Der größte Unterschied zwischen Plan und Realität
Viele PV-Angebote basieren auf Luftbildern – oder nur auf Google Maps. Das reicht nicht.
Worauf du achten musst:
✔ Ist das Dach exakt vermessen?
- Neigung
- Ausrichtung
- Trauf- und Firstlängen
- Gauben
- Kamine
- Dachfenster
✔ Stimmen Modulabstände und Sicherheitszonen?
Ein seriöser Anbieter rechnet mit:
- Abstand zur Dachkante
- Wind- & Schneelastnormen
- Reihenabstand wegen Verschattung
✔ Wurde die Belegung wirklich realistisch geplant?
Viele Anbieter simulieren eine perfekte rechteckige Fläche.
In der Realität bleiben oft:
- Lücken
- Teilflächen
- Modulreihen unvollständig
→ Angebot vs. Realität: Häufig 5–20 % weniger reale Modulleistung.
Tipp:
Lass dir immer einen professionellen Belegungsplan geben – idealerweise in 2D und 3D.
5. Verschattungsanalyse – der Punkt, der am meisten Leistung kostet
Ein Angebot ohne Schattenanalyse ist praktisch wertlos.
Woran du erkennst, dass die Verschattung geprüft wurde:
✔ 3D-Verschattungsdiagramme
✔ Sonnenlauf-Simulation
✔ Schatten durch Nachbarhäuser
✔ Simulation durch Bäume (Baumhöhe + Wachstum)
✔ Gauben-, Kamin- und Sat-Antennen-Schatten
Häufiger Fehler:
Der Installateur sieht keine Verschattung – aber im Winter wirft der Nachbarbau eine 30° Schattenkante.
Folge: 15–40 % weniger Ertrag.
Profi-Tipp:
Verlange IMMER eine Verschattungssimulation aus PV*SOL, Helioscope oder SolarEdge Designer.
6. Ertragsprognose realistisch prüfen
Ertragsprognosen werden oft schöngerechnet. Viele Anbieter verwenden:
- pauschale Einstrahlungswerte
- Durchschnittsstandorte
- Jahresverläufe ohne Verschattung
- optimistische Temperaturwerte
→ Ergebnis: Zu hoher prognostizierter Jahresertrag.
Checkliste für realistische Ertragsprognosen:
✔ Simulation mit PVGIS, PV*SOL oder Helioscope
✔ reale Wetterdaten des Standorts
✔ Temperaturverluste berücksichtigt
✔ Degradation einberechnet
✔ Verschattung eingerechnet
✔ Wechselrichter-Abregelung berücksichtigt
✔ Systemverluste realistisch (10–14 %)
7. Wechselrichterauslegung richtig bewerten
Wechselrichter („WI“) sind das Herzstück der Anlage. Eine falsche Auslegung führt zu:
- hohen Verlusten
- weniger Eigenverbrauch
- niedrigeren Erträgen
- erhöhtem Verschleiß
Angebot vs. Realität – worauf du achten musst:
✔ Ist der Wechselrichter groß genug?
✔ Passt die MPP-Spannung zu den Strings?
✔ Wird DC/AC überbelegt? (10–30 % ist normal)
✔ Gibt es Leistungsreserven?
✔ Ist er kompatibel mit Speicher?
✔ Gibt es eine Schattenlösung (Optimierer)?
Beispiel:
Angebot: 10 kWp PV, 8 kW Wechselrichter
→ Sinnvoll
80 % der Anlagen werden so gebaut und funktionieren bestens.
8. Stringplanung – selten angegeben, aber extrem wichtig
Viele Angebote schreiben nur:
„PV-Module parallel/seriell verschaltet“.
Das ist ungenügend.
Du brauchst:
- genaue Stringlängen
- Modulanzahl pro String
- Spannungsbereich Sommer/Winter
- MPP-Tracker-Zuordnung
- Optimiererplanung (falls nötig)
Warum wichtig?
Weil Fehlplanung zu Notabschaltungen oder Leistungsabfall führt.
9. Speicherplanung realistisch prüfen
Ein zu kleiner Speicher → geringe Einsparung.
Ein zu großer Speicher → schlechte Amortisation.
So vergleichst du:
✔ passt Speichergröße zum Verbrauch?
✔ reale Ladezyklen berücksichtigt?
✔ Entladetiefe realistisch?
✔ Wirkungsgrad?
✔ Kommunikation mit WI?
✔ Ersatzstromfähig?
Viele Installateure schlagen blind 10 kWh für jeden Haushalt vor – das ist oft falsch.
10. Wirtschaftlichkeitsanalyse: Hier wird geschönt
80 % der Angebote rechnen:
- zu hohe Eigenverbrauchsquote
- zu niedrige Systemverluste
- zu hohe Strompreissteigerungen
- zu hohe Einspeisevergütung
- zu gute Speicherwirtschaftlichkeit
Worauf du achten musst:
✔ realistisch 30–40 % Eigenverbrauch ohne Speicher
✔ 55–70 % Eigenverbrauch mit Speicher
✔ Strompreissteigerung moderat (3–5 %)
✔ Degradation berücksichtigt
✔ Vollkosten (inkl. Gerüst) enthalten
✔ Reparaturen berücksichtigt
11. Kostenvergleich: Wo verstecken Anbieter Positionen?
Viele Angebote wirken günstig, weil wichtige Posten fehlen.
Typische versteckte Kosten:
- AC-Installation
- Unterverteilung
- Zählerschrankumbau
- Kabelwege
- Wanddurchbrüche
- Gerüst
- Baustrom
- Optimierer
- Statikberechnung
- Genehmigungen
- Anmeldung Netzbetreiber
- Schaffung Zählerschrank-Platz
- Dachziegel-Ersatz
Planungshilfe-Tipp:
Fordere IMMER eine Vollkostenaufstellung.
12. Baustellenrealität: So erkennst du, was später wirklich passiert
In der Realität sieht eine PV-Installation selten so reibungslos aus wie im Angebot.
Prüfe unbedingt:
✔ Muss ein Gerüst gestellt werden?
✔ Wie gelangen Module aufs Dach?
✔ Passt der Speicher durch die Tür?
✔ Wo verlaufen Kabelwege?
✔ Muss gebohrt, geschlitzt, versetzt werden?
✔ Wo sitzt der Wechselrichter?
✔ Passt die Montage zu Brandschutzvorschriften?
Viele Kunden sind überrascht, wenn Handwerker im Wohnzimmer Wände öffnen müssen – weil es vorher nie erwähnt wurde.
13. Praxisbeispiel: Angebot vs. Realität
Beispiel 1 – unrealistisch geplant
Angebot:
- 9,8 kWp
- keine Verschattung laut Installateur
- Ertrag: 10.500 kWh
- Preis: 15.900 €
Realität:
- Bäume verschatten 25 % im Winter
- reale Ertragsprognose: 8.200 kWh
- 2.300 kWh Differenz → 30 % weniger als Angebot
Beispiel 2 – zu großer Speicher
Angebot:
- 10 kWp PV
- 15 kWh Speicher
Realität:
- Haushaltsverbrauch 3.800 kWh
- Speicher medizinisch überdimensioniert
- Amortisation > 20 Jahre
- Kosten unnötig 4.000 € zu hoch
14. Die ideale Checkliste: So vergleichst du jedes Angebot
Diese Checkliste ist dein Werkzeug gegen Fehler:
Checkliste: Angebot vs. Realität
✔ 1. Ist das Dach exakt vermessen?
– 3D-Modell, Zeichnung, echte Maße
✔ 2. Gibt es eine echte Verschattungsanalyse?
– Simulation, Schattenverlauf, 3D
✔ 3. Ist die Ertragsprognose realistisch?
– Wetterdaten, Systemverluste, Verschattung berücksichtigt
✔ 4. Ist die Wechselrichterauslegung korrekt?
– DC/AC-Verhältnis, MPP, Spannungssicherheit
✔ 5. Ist die Stringplanung enthalten?
– genaue Modulanzahl pro String
✔ 6. Speicher korrekt dimensioniert?
– Verbrauchsprofil berücksichtigt
✔ 7. Komplettkosten transparent?
– keine versteckten Positionen
✔ 8. Leitungswege beschrieben?
– AC, DC, Wanddurchbrüche, Verrohrung
✔ 9. Dokumentation vollständig?
– Datenblätter, Zertifikate, Garantiebedingungen
✔ 10. Ist die Wirtschaftlichkeit realistisch?
– realistische Eigenverbrauchswerte, Strompreisentwicklung
15. Fazit: Warum eine Planungshilfe der Schlüssel zu einer perfekten PV-Anlage ist
Mit einer guten Planungshilfe zum Vergleich von Angebot und Realität kannst du sicherstellen, dass dein PV-Projekt:
- realistisch geplant
- technisch sauber ausgelegt
- wirtschaftlich sinnvoll
- transparent kalkuliert
- hochwertig umgesetzt
wird, statt auf vage Zusagen und schöne Prospekte angewiesen zu sein.
Der große Vorteil:
Du bekommst Klarheit, Sicherheit und eine Anlage, die ihr Potenzial wirklich ausschöpft – ohne Überraschungen, Zusatzkosten oder enttäuschende Erträge.
Eine wirklich gute PV-Anlage entsteht nicht durch Glück – sondern durch informierte Entscheidungen.
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