Die Energiewende findet längst nicht mehr nur auf politischer Ebene statt – sie beginnt direkt auf dem eigenen Dach, im Garten, auf dem Grundstück oder am Firmenstandort. Viele Hauseigentümer und Unternehmen setzen inzwischen auf Photovoltaik, andere interessieren sich zunehmend für kleine Windkraftanlagen. Doch besonders spannend wird es, wenn beide Technologien kombiniert werden. Denn eine PV-Windkraft-Kombination bietet etwas, das kaum ein einzelnes System leisten kann: maximale Versorgungssicherheit über das ganze Jahr hinweg.
Doch wie genau funktioniert eine solche Kombinationsanlage? Welche Komponenten brauchst du? Lohnt sich das System wirtschaftlich? Und für wen ist die Verbindung aus Photovoltaik und Windkraft wirklich attraktiv?
In diesem umfassenden Leitfaden erfährst du alles über die sinnvolle Kopplung aus Sonnen- und Windenergie – fundiert, leicht verständlich und praxisnah erklärt.
Was bedeutet eine PV-Windkraft-Kombination eigentlich?
Eine PV-Windkraft-Kombination beschreibt ein Hybrid-Energiesystem, das sowohl Photovoltaik (Solarstrom) als auch Windkraft (Windenergie) nutzt, um elektrischen Strom zu erzeugen. Dieser Strom kann:
- direkt verbraucht,
- in Batteriespeichern gespeichert,
- teilweise ins Netz eingespeist oder
- zur Notstromversorgung verwendet
werden.
Das Hauptziel dabei ist, die Energieproduktion zu verstetigen. Während Photovoltaik vor allem tagsüber und besonders im Sommer hohe Erträge liefert, erzeugen Windkraftanlagen oft nachts und in der windreichen Herbst- und Winterzeit Strom.
Warum die Kombination so effektiv ist:
- PV liefert viel Energie bei Sonnenschein, aber wenig im Winter.
- Windkraft produziert besonders in der dunklen Jahreszeit und auch nachts zuverlässig Strom.
- Gemeinsam ergibt sich ein nahezu lückenloses Energieangebot über das gesamte Jahr hinweg.
Die PV-Windkraft-Kombination ist also eine strategische Antwort auf schwankende erneuerbare Energieerträge.
Für wen eignet sich die PV-Windkraft-Kombination?
Die Kombination aus Solar- und Windenergie ist nicht für jeden Standort sinnvoll. Doch in vielen Fällen kann sie eine enorme Steigerung der Autarkie ermöglichen.
1. Für Einfamilienhäuser mit großem Grundstück
Besonders wenn Platz im Garten oder auf Nebengebäuden vorhanden ist, kann eine kleine Windkraftanlage perfekt ergänzt werden.
2. Für Höfe, Landwirtschaft und Gewerbe
Hier ist oft genügend Fläche vorhanden und die Strombedarfe sind hoch. Eine PV-Windkraft-Kombination kann die Eigenstromquote deutlich erhöhen.
3. Für energieintensive Haushalte
Wer viele Geräte nutzt, Wärmepumpen betreibt oder ein Elektroauto lädt, profitiert von der ganzjährigen Stromproduktion.
4. Für autarke Systeme und Inselanlagen
Bei Off-Grid-Anlagen ist die Kombination ideal, denn sie reduziert Batteriebedarf und Notstromphaseneinsatz erheblich.
5. Für Regionen mit hoher Windwahrscheinlichkeit
Nord- und Küstenregionen oder höhere Lagen eignen sich besonders gut.
Warum ist eine PV-Windkraft-Kombination so effizient?
Einer der größten Vorteile liegt in der gegenseitigen Ausgleichswirkung:
| Jahreszeit | PV-Erzeugung | Wind-Erzeugung | Effekt |
|---|---|---|---|
| Sommer | sehr hoch | eher gering | PV dominiert |
| Herbst | mittel | hoch | Wind füllt Lücken |
| Winter | gering | sehr hoch | Wind sichert Grundversorgung |
| Frühling | hoch | mittel | beide ergänzen sich ideal |
→ Die Versorgung wird stabiler, der Eigenverbrauch steigt, die Batterie wird entlastet, und der Fremdstrombedarf sinkt.
Die wichtigsten Komponenten einer PV-Windkraft-Kombination
Damit Photovoltaik und Windenergie perfekt zusammenarbeiten, braucht es bestimmte Bauteile:
1. Photovoltaikanlage (PV-System)
- PV-Module
- Wechselrichter oder Hybridwechselrichter
- Montagesystem
- Verkabelung
2. Kleinwindkraftanlage
- Windrad / Turbine
- Mast
- Windwechselrichter oder Laderegler
- Sicherheitseinrichtungen (Furling, Bremse)
3. Batteriespeicher (optional, aber sehr sinnvoll)
- Lithium-Ionen-Speicher (LiFePO4)
- Batteriemanagementsystem (BMS)
4. Hybridwechselrichter oder Energiemanagementsystem
Dient der intelligenten Zusammenführung der beiden Energiequellen.
5. Monitoring & Steuerung
Zur optimalen Überwachung von:
- Erträgen
- Verbrauch
- Ladezuständen
- Wetterprognosen
Wie funktioniert eine PV-Windkraft-Kombination technisch?
Die Funktionsweise lässt sich in vier Schritten zusammenfassen:
1. Sonnen- und Windenergie erzeugen Strom
PV erzeugt Gleichstrom (DC), Windkraft je nach System AC oder DC.
2. Der Hybridwechselrichter sammelt die Energie
Er steuert eingehende Stromflüsse, lädt die Batterie und versorgt Verbraucher.
3. Batteriespeicher gleicht Schwankungen aus
Überschüssige Energie wird gespeichert und bei Bedarf abgerufen.
4. Netzanschluss oder Inselbetrieb
- On-Grid-Systeme: Überschüsse werden eingespeist
- Off-Grid-Systeme: Der Speicher gewährleistet 24/7 Stromversorgung
Im Idealfall ergänzt sich die Erzeugung so gut, dass der externe Strombezug drastisch sinkt oder sogar null wird.
Welche Arten von Windkraft eignen sich für die Kombination mit PV?
Es gibt zwei grundlegende Typen von Kleinwindkraftanlagen:
1. Horizontalachser (HAWT)
Klassische Windräder mit Rotorblättern.
Vorteile:
- hohe Leistung
- gute Effizienz
- bewährte Technik
Nachteile:
- braucht freie Aufstellung
- höhere Schallentwicklung
2. Vertikalachser (VAWT)
Spiralförmige oder stehende Rotoren.
Vorteile:
- geeignet für urbane Gebiete
- leise
- windrichtungsunabhängig
Nachteile:
- geringere Effizienz
- teuer pro Watt Leistung
Für die meisten privaten Anwender ist ein Horizontalachser die sinnvollste Option, sofern der Standort genug freien Wind bietet.
Wie wähle ich den richtigen Standort für eine Kleinwindkraftanlage?
Die Standortwahl entscheidet über Erfolg oder Misserfolg des gesamten Projekts.
Entscheidende Kriterien:
- mindestens 4–5 m/s Durchschnittswindgeschwindigkeit
- freie Fläche, ohne Bäume oder Gebäude
- hohes Mastfundament für turbulenzarme Strömung
- Abstand zu Nachbarn (Geräusch & Schattenwurf)
Faustregel:
Der Mast sollte mindestens 10 Meter höher sein als das nächstgelegene Hindernis im Umkreis.
PV-Windkraft-Kombination im Vergleich zu reinen PV-Anlagen
| Kriterium | PV | Wind | Kombination |
|---|---|---|---|
| Sommer-Ertrag | hoch | mittel | sehr hoch |
| Winter-Ertrag | niedrig | hoch | hoch |
| Autarkie | mittel | mittel | sehr hoch |
| Vollversorgung möglich? | selten | selten | häufig |
| Batteriebedarf | höher | höher | geringer |
| Investitionskosten | moderat | hoch | höher |
| Wirtschaftlichkeit | gut | standortabhängig | sehr gut (wenn Wind vorhanden) |
Welche Vorteile bietet eine PV-Windkraft-Kombination?
Die Liste ist lang:
1. Ganzjährige Energieerzeugung
Wind füllt die winterlichen PV-Lücken.
2. Maximale Autarkie
Eigenversorgungsquoten von 70–95 % sind realistisch.
3. Weniger Stromzukauf
Der Haushalt bezieht kaum noch Energie aus dem Netz.
4. Weniger Speicherbedarf
Durch Windenergie nachts und im Winter bleibt der Akku stabil geladen.
5. Höhere Versorgungssicherheit
Besonders bei Inselanlagen unverzichtbar.
6. Flexibilität bei Verbrauchsspitzen
Wind kann PV-Erzeugungsspitzen ausgleichen.
Nachteile und Herausforderungen
Eine ehrliche Betrachtung ist wichtig:
1. Hohe Investitionskosten
Windanlagen haben höhere Anschaffungspreise.
2. Genehmigungen
Je nach Bundesland gelten:
- Höhenbeschränkungen
- Abstandsregeln
- Schallgrenzen
3. Standortabhängigkeit
Bei schwachem Wind lohnt sich die Investition nicht.
4. Mechanischer Aufwand
Windräder benötigen Wartung.
5. Schall- und Vibrationsentwicklung
Vor allem bei schlechten Installationen.
Wie kombiniere ich PV und Windkraft optimal? – Schritt-für-Schritt Anleitung
Hier der praktische Weg zum eigenen Hybridstromsystem:
Schritt 1: Energiebedarf analysieren
Wie viel Strom brauchst du täglich, monatlich, jährlich?
Berücksichtige:
- Haushaltsgeräte
- Wärmepumpen
- E-Auto
- Warmwasser
- Arbeitsgeräte
Schritt 2: Windpotenzial prüfen
Messungen oder Daten aus Windkarten heranziehen.
Mindestens:
4,5 m/s Durchschnittswind für sinnvolle Erträge.
Schritt 3: Die richtige PV-Leistung auswählen
Privathaushalte wählen oft 5–12 kWp.
Schritt 4: Passende Windkraftanlage bestimmen
Je nach Größe:
- 500 W
- 1 kW
- 3 kW
- 5 kW
- 10 kW
Schritt 5: Hybridwechselrichter einplanen
Ein Gerät steuert beide Energiequellen.
Schritt 6: Batteriespeicher dimensionieren
Optimal:
5–20 kWh, abhängig vom Verbrauch und Windangebot.
Schritt 7: Professionelle Installation
Windkraft braucht:
- Fundament
- Mast
- Blitzschutz
- Sicherheitsabschaltung
Schritt 8: Monitoring einrichten
Für Transparenz, Optimierung und Wartung.
Wie viel Strom erzeugt eine PV-Windkraft-Kombination?
Ein Beispiel für ein Einfamilienhaus:
PV-Anlage: 10 kWp
- ca. 9.500 kWh/Jahr
Windkraftanlage: 2 kW Kleinwindrad
- je nach Standort 2.500–5.000 kWh/Jahr
Gesamtproduktion: 12–14 MWh/Jahr
Damit können die meisten Haushalte vollständig versorgt werden – inklusive Wärmepumpe und E-Auto.
Wirtschaftlichkeit einer PV-Windkraft-Kombination
Die größten Einflussfaktoren:
- Windstärke
- Jahresproduktion
- Kosten für Windanlage
- Einsparungen durch Eigenverbrauch
- Strompreissteigerungen
- Speichergröße
In windreichen Regionen amortisieren sich Hybridanlagen oft in 8–12 Jahren.
Praxisbeispiel: Hybridsystem für ein Einfamilienhaus
Anlagenspezifikation:
- 8 kWp Photovoltaik
- 2 kW Kleinwindkraftanlage
- 10 kWh LiFePO4 Speicher
- Hybridwechselrichter
- Autarkiegrad: ca. 85–90 %
Vorteile:
- sehr geringe Energiekosten
- Notstromfähigkeit
- stabile Winterversorgung
- kaum Netzbezug
Praxisbeispiel: Autarke PV-Windkraft-Inselanlage
Für Hütten, Gartenhäuser oder abgelegene Grundstücke ideal:
- 2 kWp PV
- 1 kW Wind
- 5 kWh Speicher
- 24–48 V Off-Grid-System
Effektiv, robust, ganzjährig einsetzbar.
Tipps für maximale Effizienz
- Windrad möglichst hoch aufstellen
- PV-Module im Winter steiler montieren
- Hybridwechselrichter mit MPP-Tracking nutzen
- regelmäßige Rotorwartung
- Schattenbereiche vermeiden
- Jahresprofil analysieren
Zukunft der PV-Windkraft-Kombination
Hybridanlagen werden immer attraktiver:
- fallende Speicherpreise
- neue Windrad-Konzepte
- smarteres Energiemanagement
- steigende Strompreise
- wachsende Nachfrage nach Autarkie
In Zukunft werden Hybridsysteme ein zentraler Baustein der dezentralen Energieversorgung sein.
Fazit: Die PV-Windkraft-Kombination ist die optimale Lösung für maximale Unabhängigkeit
Die Kombination aus Photovoltaik und Windkraft ist eines der sinnvollsten und effizientesten Systeme, um erneuerbare Energie zuverlässig, wirtschaftlich und ganzjährig nutzen zu können. Durch die Mischung beider Technologien entsteht eine stabile Stromversorgung, die sowohl tagsüber als auch nachts sowie im Sommer wie im Winter funktioniert. Wer seinen Autarkiegrad deutlich steigern, Energiekosten reduzieren und langfristig unabhängiger vom Strommarkt werden möchte, trifft mit einer PV-Windkraft-Kombination die perfekte Entscheidung.
Mit dem richtigen Standort, einer sorgfältigen Planung und hochwertiger Technik bietet dieses Hybrid-System eine beeindruckende Leistungsfähigkeit – für private Haushalte, Gewerbe, Landwirtschaft und autarke Projekte.
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