Photovoltaikanlagen auf Mietshäusern gehören zu den attraktivsten, aber gleichzeitig am wenigsten verstandenen Investitionen der Immobilienwelt. Viele Vermieter fragen sich: Lohnt sich eine Solaranlage auf Mietobjekten überhaupt? Und falls ja: Wie funktioniert die Abrechnung, wer profitiert davon, und wie sieht die Rendite tatsächlich aus?
Denn während Eigenheimbesitzer spätestens seit den stark gestiegenen Strompreisen regelmäßig in PV-Anlagen investieren, schöpfen Vermieter die Vorteile noch lange nicht aus. Dabei haben sie gleich drei riesige Hebel:
- Wertsteigerung der Immobilie
- Zusatzeinnahmen durch Mieterstrom oder Stromverkauf
- Kostenreduzierung bei Gemeinschaftseinrichtungen
Dieser Artikel erklärt ausführlich, wie sich eine Solaranlage auf Mietobjekten wirtschaftlich rechnet, welche Varianten es gibt, welche Fehler Vermieter vermeiden sollten und wie hoch Rendite & Amortisation in der Praxis wirklich sind.
1. Einführung: Warum Solaranlagen auf Mietobjekten gerade jetzt so gefragt sind
Der Zeitpunkt war nie besser, um als Vermieter in eine Photovoltaikanlage zu investieren. Die Gründe sind eindeutig:
- Strompreise sind historisch hoch.
- Mieter wünschen sich nachhaltige Wohnkonzepte.
- Bestandsgebäude brauchen bessere Energiekennwerte.
- Förderungen für Mieterstrom wurden stark verbessert.
- PV-Anlagen sind günstiger und effizienter als je zuvor.
- Immobilien ohne Energiekonzept verlieren Wert.
Während Eigentümer ihre eigene Stromrechnung senken können, bietet eine Solaranlage auf Mietobjekten Vermietern die Möglichkeit, neue Einnahmequellen zu schaffen und gleichzeitig die Attraktivität der Immobilie deutlich zu steigern.
2. Die drei Geschäftsmodelle: So funktioniert PV auf Mietobjekten
Vermieter haben unterschiedliche Möglichkeiten, Photovoltaik in ihre Immobilienstrategie zu integrieren. Die wichtigsten Varianten:
2.1 Modell 1: Der klassische Netzbetreiber-Einspeiser
So funktioniert es:
- PV-Anlage produziert Strom
- Strom wird vollständig ins Netz eingespeist
- Vermieter erhält Einspeisevergütung
Vorteile:
- einfaches Modell
- keine Abrechnung mit Mietern
- kein Risiko
- stabile Einnahmen über 20 Jahre
- keine organisatorische Belastung
Nachteile:
- geringste Wirtschaftlichkeit
- kein Nutzen für Mieter
- keine CO₂-Einsparung im Gebäudeenergieausweis
- kein Wettbewerbsvorteil am Mietmarkt
Dieses Modell ist nur sinnvoll, wenn der Vermieter keine Stromlieferung an Mieter organisieren will.
2.2 Modell 2: Mieterstrommodell (sehr hohe Wirtschaftlichkeit)
Das Mieterstrommodell ist die rentabelste und häufigste Form der Solaranlage auf Mietobjekten.
So funktioniert es:
- Vermieter liefert Strom direkt an Mieter
- Mieter erhalten günstigen Solarstrom (meist 20–30 % unter Marktpreis)
- Vermieter erhält vom Gesetzgeber zusätzlich den Mieterstromzuschlag
Vorteile:
- höchste Rendite aller Modelle
- Mieter profitieren durch günstigen Strom
- steigert Immobiliensicherheit und Attraktivität
- verbessert ESG-Wert & Energieklasse
- zusätzlicher Einnahmestrom (Stromverkauf + Zuschlag)
Nachteile:
- organisatorisch anspruchsvoller
- Abrechnungssystem erforderlich
- mehrere Zähler notwendig
2.3 Modell 3: PV für Gemeinschaftsverbrauch (Treppenhaus, Heizung, Aufzug)
Hier wird der PV-Strom genutzt für:
- Treppenhausbeleuchtung
- Heizungspumpen
- Tiefgaragenanlagen
- Aufzüge
- Lüftungsanlagen
Vorteile:
- einfache Integration
- keine Stromverkaufsverträge
- enorme Kostenreduktion der Betriebskosten
- steigert Energieeffizienz des Gebäudes
Nachteile:
- nur begrenztes Sparpotenzial
- nur sinnvoll, wenn genug gemeinsamer Verbrauch vorhanden ist
3. Wirtschaftliche Grundlagen: Wie eine Solaranlage auf Mietobjekten Geld verdient
Die Rendite ergibt sich aus mehreren Komponenten. Vermieter profitieren besonders, wenn mehrere dieser Einnahmequellen kombiniert werden:
3.1 Einnahmequelle 1: Einspeisevergütung
Der Netzbetreiber zahlt pro kWh, die eingespeist wird.
Die Vergütung liegt (2025) bei ca.:
👉 8–12 ct/kWh
3.2 Einnahmequelle 2: Stromverkauf an Mieter
Der Vermieter verkauft PV-Strom direkt an die Mieter – aber zu einem preisgünstigen Tarif, typischerweise:
👉 22–28 ct/kWh
Mieter sparen 20–30 % gegenüber Netzstrom, Vermieter verdienen aber doppelt so viel wie bei der Einspeisung.
3.3 Einnahmequelle 3: Mieterstromzuschlag (zusätzliche Förderung)
Zusätzlich gibt es vom Staat einen Zuschlag pro selbst geliefertem kWh Mieterstrom:
👉 2,4 – 3,8 ct/kWh
Das ist ein wichtiger Renditebooster.
3.4 Einnahmequelle 4: Betriebskosteneinsparung
PV kann Stromkosten von gemeinschaftlichen Verbrauchern ersetzen:
- 1.000–2.000 kWh/Jahr für Beleuchtung
- 1.500–3.000 kWh/Jahr für Heizungsanlagen
- 500–5.000 kWh/Jahr für Aufzüge
Diese Einsparungen senken die Betriebskosten – sehr attraktiv bei Mehrfamilienhäusern.
3.5 Einnahmequelle 5: Steuerliche Vorteile
Vermieter können abschreiben:
- PV-Anlage (AfA 20 Jahre)
- Batteriespeicher
- Elektrik und Zähler
- Installation
- Instandhaltung
3.6 Einnahmequelle 6: Immobilienwertsteigerung
Eine Solaranlage steigert den Verkehrswert eines Mietobjektes, weil:
- Energieklasse verbessert wird
- Betriebskosten sinken
- Mieterzufriedenheit steigt
- ESG-Kriterien erfüllt werden
Studien zeigen:
👉 PV steigert Immobilienwerte um 3–7 %
4. Kosten einer Solaranlage auf Mietobjekten
Abhängig von der Größe gelten folgende Richtwerte (2025):
| PV-Größe | Investition |
|---|---|
| 10 kWp | 14.000–17.000 € |
| 20 kWp | 25.000–35.000 € |
| 30 kWp | 35.000–50.000 € |
| 50 kWp | 55.000–80.000 € |
| 100 kWp | 120.000–180.000 € |
Zusatzkosten:
- Zählerkonzept: 1.000–5.000 €
- Wallboxen (optional): 800–1.300 € pro Stück
- Speicher: 800–1.200 € pro kWh
5. Beispielrechnung: 20-kWp-Anlage auf einem Mehrfamilienhaus
Nehmen wir ein typisches Mehrfamilienhaus mit 8 Mietparteien.
Kosten:
- Investition: 30.000 €
- Jährlicher Ertrag: 20.000 kWh
- Eigenverbrauch (Mieterstrom): 12.000 kWh
- Einspeisung: 8.000 kWh
Einnahmen durch Mieterstrom:
12.000 kWh × 0.25 €/kWh = 3.000 € pro Jahr
Mieterstromzuschlag:
12.000 kWh × 0.035 €/kWh = 420 € pro Jahr
Einspeisevergütung:
8.000 kWh × 0.10 €/kWh = 800 € pro Jahr
Gesamteinnahmen:
3.000 € + 420 € + 800 € =
👉 4.220 € pro Jahr
Amortisation:
30.000 € / 4.220 € =
👉 7,1 Jahre
Danach erwirtschaftet die Anlage reinen Gewinn.
6. Alternative Praxisrechnung: 30-kWp-Anlage mit Speicher (Mieterstrom Premium)
Mit Speicher steigt der Eigenverbrauch der Mieter deutlich.
Annahmen:
- 30 kWp
- 35.000 kWh Jahresertrag
- 70 % Mieterstrom → 24.000 kWh
- Speicher: 10 kWh
- Einspeisung: 11.000 kWh
- Kosten: 45.000 €
Einnahmen:
Mieterstrom:
24.000 × 0.25 € = 6.000 €
Mieterstromzuschlag:
24.000 × 0.035 € = 840 €
Einspeisung:
11.000 × 0.10 € = 1.100 €
Gesamt: 7.940 € pro Jahr
Amortisation: 45.000 € / 7.940 € ≈ 5,6 Jahre
Das ist eine extrem gute Rendite – besser als jede Immobilie selbst.
7. Warum sich eine Solaranlage auf Mietobjekten für Vermieter langfristig auszahlt
7.1 Planbare Einnahmen über 20 Jahre
PV-Anlagen sind extrem wartungsarm und haben garantierte Laufzeiten.
7.2 Unabhängigkeit von staatlichen Regulierungen
Mieterstrom ist gesetzlich abgesichert.
7.3 Positionierung der Immobilie im ESG-Kontext
Vorgaben für nachhaltiges Wohnen werden strenger.
PV hilft aktiv dabei, Standards zu erfüllen.
7.4 Steigerung der Vermietbarkeit
Mieter haben einen massiven Vorteil:
- günstiger Strom
- stabile Kosten
- keine Anbieterwechsel nötig
Viele Mieter suchen heute gezielt wetterangepasste, energieeffiziente Wohnungen.
8. Nebenkostenabrechnung: Wie erfolgt die Stromabrechnung an Mieter?
Für Mieterstrom braucht man:
- Mieterstromvertrag
- transparente Abrechnung
- Messkonzept mit Unterzählern
- jährliche Abrechnung ähnlich wie Stromversorger
Systeme, die die Abrechnung übernehmen:
- Discovergy
- Zählerfreunde
- Solarize
- COM Metering
- lokale Stadtwerke (Kooperationsmodelle)
Damit wird die Verwaltung extrem einfach.
9. Rechtliche Rahmenbedingungen für eine Solaranlage auf Mietobjekten
Wesentliche Punkte:
- Mieterstromzuschlag nach EEG
- keine EEG-Umlage mehr (großer Vorteil!)
- Strompreis muss mindestens 10 % unter Grundversorgung liegen
- Lieferantenpflichten sind einzuhalten
- Zähler müssen eichrechtskonform sein
- Steuerliche Registrierung beim Finanzamt erforderlich
Die rechtlichen Anforderungen sind leicht erfüllbar, wenn ein Dienstleister mit eingebunden wird.
10. Häufige Fehler von Vermietern – und wie du sie vermeidest
❌ Anlage zu klein dimensioniert
❌ Kein Mieterstrommodell gewählt
❌ Speicher fehlt trotz gutem Ganztagsverbrauch
❌ Hohe Einspeiseanteile → verschenkte Einnahmen
❌ Schlechte Zählerstruktur
❌ Keine langfristige Preisstrategie
Eine Solaranlage auf Mietobjekten sollte immer maximalen Eigenverbrauch erreichen – denn dort liegt das Geld.
11. Zukunftsperspektive: Wie Mieterstrom noch attraktiver wird
In Zukunft wird erwartet:
- steigende Strompreise → höherer Vorteil für Mieter
- bessere Mieterstrom-Förderungen
- mehr gesetzliche Vorteile für Vermieter
- bessere Speicher → mehr Eigenverbrauch
- Vehicle-to-Building (E-Autos als Zwischenspeicher)
- energieautarke Mietshäuser
Die Kombination von PV, Speicher, Wärmepumpe und E-Mobilität wird Mietobjekte zu kleinen, effizienten, unabhängigen Kraftwerken machen.
12. Fazit: Solaranlage auf Mietobjekten – eine der profitabelsten Investitionen für Vermieter
Eine Solaranlage auf Mietobjekten bietet Vermietern eine außergewöhnliche wirtschaftliche Chance:
- hohe Einnahmen durch Mieterstrom
- bis zu 30 % höhere Renditen gegenüber Einspeisung
- extrem schnelle Amortisationszeiten (5–8 Jahre)
- langfristige Einnahmen über 20–30 Jahre
- massiv gesteigerte Immobilienattraktivität
- hohe Mieterzufriedenheit
- mehr Unabhängigkeit vom Energiemarkt
Die Zukunft der Immobilienwirtschaft ist klar:
👉 Mietobjekte mit PV-Anlage werden bevorzugt.
👉 Vermieter mit eigenem Mieterstrom verdienen deutlich mehr.
👉 Gebäude ohne PV verlieren zunehmend an Wert.
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