Die Nutzung von Solarenergie boomt – sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz. Immer mehr Hausbesitzer und Unternehmen wollen unabhängiger vom Strommarkt werden, Kosten sparen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Doch wer über die Landesgrenzen blickt, merkt schnell: Die Solarförderung in der Schweiz funktioniert ganz anders als in Deutschland.
Während in Deutschland das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Rahmenbedingungen vorgibt, setzt die Schweiz auf ein dezentrales System mit kantonalen und kommunalen Zuschüssen.
In diesem ausführlichen Ratgeber erfährst du alles über die Solarförderung in der Schweiz, wie sie sich von der Photovoltaik-Förderung in Deutschland unterscheidet, welche Programme es gibt – und wie sich Investitionen 2025 wirklich lohnen.
Inhalt
- Warum Solarenergie in der Schweiz immer beliebter wird
- Überblick: Solarförderung in der Schweiz im Jahr 2025
- Bundesweite Förderung: Das Einmalvergütungssystem (EIV)
- Kantonale Förderungen – Unterschiede zwischen den Regionen
- Kommunale Programme und Energieversorger in der Schweiz
- Förderung für Batteriespeicher in der Schweiz
- Steuerliche Vorteile für Solaranlagen in der Schweiz
- Solarförderung in Deutschland: Das EEG im Überblick
- Vergleich Schweiz vs. Deutschland – Die wichtigsten Unterschiede
- Praxisbeispiele: So lohnen sich PV-Anlagen beiderseits der Grenze
- Zukunft der Solarförderung in der Schweiz
- Fazit: Solarförderung in der Schweiz – ein flexibles, dezentrales Modell
Warum Solarenergie in der Schweiz immer beliebter wird
Die Schweiz hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu werden. Der Atomausstieg und die starke Abhängigkeit von importiertem Strom haben die Bedeutung erneuerbarer Energien deutlich erhöht.
2024 deckten Photovoltaikanlagen bereits rund 10 % des Schweizer Stromverbrauchs – Tendenz steigend. Besonders interessant: Fast 90 % aller Anlagen werden auf privaten Dächern installiert.
Das liegt nicht nur am Umweltbewusstsein der Bevölkerung, sondern auch an der attraktiven Solarförderung in der Schweiz, die sich aus Bundeszuschüssen, kantonalen Programmen und steuerlichen Vorteilen zusammensetzt.
Überblick: Solarförderung in der Schweiz im Jahr 2025
Im Gegensatz zu Deutschland ist die Solarförderung in der Schweiz nicht zentralisiert, sondern mehrstufig organisiert:
| Ebene | Verantwortung / Träger | Art der Förderung |
|---|---|---|
| Bund | Pronovo AG (im Auftrag des Bundesamts für Energie) | Einmalvergütung (EIV) |
| Kanton | Kantonale Energieämter | Zuschüsse, Zusatzförderungen |
| Gemeinden / Energieversorger | Lokale Behörden, Stadtwerke | Boni, Förderbeiträge |
| Steuerlich | Kantonale Steuerämter | Absetzbarkeit der Investition |
Das System ist also modular aufgebaut: Jeder Kanton kann eigene Schwerpunkte setzen – etwa höhere Zuschüsse für Speicher oder Solarfassaden.
Dadurch unterscheiden sich die Förderbeträge regional stark – was Investoren die Möglichkeit gibt, gezielt die besten Konditionen zu nutzen.
Bundesweite Förderung: Das Einmalvergütungssystem (EIV)
Die Einmalvergütung (EIV) ist das zentrale Förderinstrument auf Bundesebene und wird über die Pronovo AG abgewickelt.
Arten der Einmalvergütung:
- Kleine PV-Anlagen (KLEIV) – bis 100 kWp
- Große PV-Anlagen (GREIV) – über 100 kWp
Die Förderung wird einmalig ausgezahlt – also kein Einspeisetarif wie in Deutschland, sondern ein Investitionszuschuss.
Förderhöhe 2025 (Richtwerte):
| Anlagengröße | Förderung pro kWp | Maximalbetrag |
|---|---|---|
| bis 30 kWp | ca. 300–380 CHF/kWp | max. 11.000 CHF |
| 30–100 kWp | ca. 250 CHF/kWp | max. 25.000 CHF |
| über 100 kWp | ca. 180 CHF/kWp | variabel, projektbezogen |
Je nach Größe der Anlage kann die Förderung also bis zu 30 % der Investitionskosten decken.
Voraussetzungen:
- Anlage muss ans Stromnetz angeschlossen sein
- Eigentümer muss Stromproduktion dokumentieren
- Keine Doppelförderung aus Bundes- und Kantonsmitteln für dieselben Kosten
Tipp: Die Pronovo-Anträge können online eingereicht werden. Aufgrund hoher Nachfrage kann die Bearbeitung jedoch mehrere Monate dauern.
Kantonale Förderungen – Unterschiede zwischen den Regionen
Neben der EIV bieten die Kantone zusätzliche Zuschüsse oder Boni – insbesondere für Batteriespeicher, Solarthermie und Eigenverbrauchsoptimierung.
Hier ein Überblick über einige Kantone:
Zürich
- 200 CHF pro kWp zusätzlich zur EIV
- 250 CHF pro kWh Speicher
- Bonus bei Kombination mit Wärmepumpe
Bern
- Förderung für Dach- und Fassadenanlagen
- Bis zu 25 % Zuschuss der Investitionskosten
- Zusatzbonus für denkmalgeschützte Gebäude
Basel-Stadt
- Kombinierbar mit Bundesförderung
- PV-Anlagen: 300 CHF/kWp
- Speicher: 400 CHF/kWh
Aargau
- Besonders hohe Förderquote für Speicher (bis 40 %)
- Zusätzlich Förderung für Lastmanagement-Systeme
Tessin
- Förderung von Solaranlagen auf Mehrfamilienhäusern
- Zuschuss: bis zu 20 % der Kosten
Diese kantonalen Programme führen dazu, dass sich die Solarförderung in der Schweiz je nach Wohnort um mehrere Tausend Franken unterscheiden kann.
Kommunale Programme und Energieversorger in der Schweiz
Auch Städte und Energieversorger beteiligen sich aktiv an der Förderung.
Beispiele:
| Ort / Energieversorger | Förderung |
|---|---|
| Stadt Zürich (ewz) | 200 CHF/kWp + Bonus für Eigenverbrauch > 70 % |
| Luzern | 150 CHF/kWp + Zuschuss für Speicher |
| Genf (SIG) | Einspeisevergütung + Bonus bei Mieterstrom |
| Winterthur | Förderung für gemeinschaftliche PV-Anlagen |
| Bernmobil / Energie Bern | 250 CHF/kWp bei Gebäudesanierung |
In manchen Fällen kannst du sogar mehrere kommunale Programme kombinieren, wenn du die Voraussetzungen erfüllst (z. B. Mieterstrom + Eigenverbrauchsbonus).
Förderung für Batteriespeicher in der Schweiz
Die Bedeutung von Stromspeichern wächst rasant – vor allem, um den Eigenverbrauchsanteil zu erhöhen.
Zwar gibt es keine einheitliche Bundesförderung, aber viele Kantone unterstützen Batteriespeicher separat.
Typische Förderhöhe:
- 200–400 CHF pro kWh Speicherkapazität
- Maximale Förderquote: ca. 30–40 % der Investitionskosten
Beispiel:
Ein 10 kWh-Speicher kostet etwa 9.000 CHF → Förderung bis zu 3.000 CHF möglich.
Vorteile:
- Steigerung des Eigenverbrauchs von 35 % auf bis zu 80 %
- Entlastung des Stromnetzes
- Hoher Autarkiegrad – besonders bei dynamischen Stromtarifen
Steuerliche Vorteile für Solaranlagen in der Schweiz
Ein wesentlicher Unterschied zur deutschen Regelung: In der Schweiz lassen sich die gesamten Investitionskosten für eine PV-Anlage steuerlich absetzen.
Gültig für:
- Privatpersonen und Unternehmen
- Neubauten und Sanierungen
- Photovoltaik, Speicher und Installation
Wichtig:
Die Steuerersparnis variiert je nach Kanton. Im Durchschnitt lassen sich 15–25 % der Kosten über die Steuer zurückholen.
Auch die Einspeisevergütung ist in den meisten Kantonen steuerfrei, solange sie nicht gewerblich betrieben wird.
Solarförderung in Deutschland: Das EEG im Überblick
In Deutschland wird die Photovoltaik über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert – ein zentral gesteuertes System, das für alle Bundesländer gilt.
Förderinstrumente:
- Einspeisevergütung (20 Jahre garantiert)
- Direktvermarktung bei großen Anlagen
- 0 % Mehrwertsteuer auf Anlagen und Speicher
- Einkommensteuerbefreiung für Anlagen bis 30 kWp
Einspeisevergütung 2025 (Stand Herbst 2024):
| Anlagengröße | Volleinspeisung (ct/kWh) | Teileinspeisung (ct/kWh) |
|---|---|---|
| bis 10 kWp | 13,0 | 8,1 |
| 10–40 kWp | 10,9 | 7,3 |
Damit unterscheidet sich das System grundlegend von der Schweiz:
In Deutschland erhältst du laufende Zahlungen über 20 Jahre, während in der Schweiz ein einmaliger Zuschuss gezahlt wird.
Vergleich Schweiz vs. Deutschland – Die wichtigsten Unterschiede
| Kriterium | Schweiz | Deutschland |
|---|---|---|
| Zuständigkeit | Bund + Kantone + Gemeinden | Bund (EEG) |
| Förderart | Einmalvergütung (EIV) | Laufende Einspeisevergütung |
| Förderhöhe | 200–380 CHF/kWp | 7–13 ct/kWh |
| Steuerliche Vorteile | Investition absetzbar | Steuerbefreiung bis 30 kWp |
| Speicherförderung | Kantonal geregelt | Regional oder KfW |
| Antragssystem | Dezentral (Pronovo + Kantone) | Zentral (Bundesnetzagentur) |
| Amortisationszeit | 8–10 Jahre | 6–9 Jahre |
Fazit aus dem Vergleich:
- Deutschland bietet mehr Planungssicherheit durch feste Vergütung.
- Die Schweiz bietet mehr Flexibilität und höhere Anfangszuschüsse.
- Durch Steuererleichterungen und Speicherförderungen kann sich eine PV-Anlage in der Schweiz ebenfalls sehr schnell lohnen.
Praxisbeispiele: So lohnen sich PV-Anlagen beiderseits der Grenze
Beispiel 1: Einfamilienhaus in Zürich
- 8 kWp-Anlage, Kosten: 14.000 CHF
- Förderung:
- EIV: 2.800 CHF
- Kanton Zürich: 1.600 CHF
- Steuerersparnis: 2.000 CHF
→ Gesamtersparnis: 6.400 CHF
→ Amortisation: ca. 9 Jahre
Beispiel 2: Hausbesitzer in Baden-Württemberg
- 8 kWp-Anlage, Kosten: 12.000 €
- Einspeisevergütung: ca. 600 €/Jahr
- Steuerfreiheit + MwSt.-Befreiung
→ Amortisation: ca. 8 Jahre
Beide Systeme führen letztlich zu einer ähnlichen Wirtschaftlichkeit – aber auf unterschiedlichen Wegen.
Zukunft der Solarförderung in der Schweiz
Die Schweiz plant, ihre Förderstruktur weiter zu vereinheitlichen.
Ziele bis 2035:
- Verdopplung der installierten PV-Leistung auf 20 GWp
- Ausbau von Speicherlösungen
- Förderung von Solaranlagen in den Alpenregionen (Winterstrom-Initiative)
Mit der steigenden Nachfrage ist auch mit stabilen oder leicht sinkenden Förderhöhen zu rechnen – gleichzeitig aber mit günstigeren Anlagenpreisen.
Fazit: Solarförderung in der Schweiz – ein flexibles, dezentrales Modell
Die Solarförderung in der Schweiz unterscheidet sich grundlegend von der in Deutschland.
Während Deutschland auf ein zentral geregeltes, langfristiges Vergütungssystem setzt, überzeugt die Schweiz mit direkten Zuschüssen, steuerlichen Vorteilen und kantonaler Vielfalt.
Für Hausbesitzer bedeutet das:
- In Deutschland gibt es Planungssicherheit durch feste Vergütungen.
- In der Schweiz profitieren Eigentümer von hohen Anfangsförderungen und regionalen Zusatzboni.
👉 Fazit in einem Satz:
Die Solarförderung in der Schweiz ist ein flexibles, mehrstufiges Modell, das vor allem Eigenheimbesitzern, Gemeinden und Unternehmen attraktive Investitionsanreize bietet – auch wenn es komplexer als das deutsche EEG-System ist.
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