Warmwasser-Wärmepumpe mit PV verbinden: Funktion, Steuerung, Planung
Eine Warmwasser-Wärmepumpe wird mit der PV-Anlage über ein Steuersignal verbunden: Wechselrichter oder Energiemanager melden Überschuss, die Wärmepumpe hebt ihre Solltemperatur an und lädt den Speicher mit Solarstrom. Ein 300-Liter-Speicher nimmt je 10 Kelvin Temperaturhub rund 3,5 kWh Wärme auf, erzeugt mit etwa 1,1 kWh Strom (Rechnung mit COP 3,16 laut Herstellerdatenblatt).
Eine Warmwasser-Wärmepumpe koppeln Sie über 3 Wege an die PV-Anlage: potentialfreier PV-Kontakt, SG-Ready-Schnittstelle oder Energiemanager. Ein Gerät aus den ausgewerteten Datenblättern nimmt im Mittel nur 0,50 kW Strom auf und passt damit zu kleinen Überschüssen. Den größten PV-Anteil bringt die tägliche Nachladung in den Mittagsstunden, nicht das Überhitzen. Das Umweltbundesamt empfiehlt im Einfamilienhaus durchgängig über 55 °C (Stand 11/2023). Ein Heizstab lohnt erst, wenn die Wärmepumpe ihre Höchsttemperatur erreicht hat.
Wie nutzt eine Warmwasser-Wärmepumpe PV-Überschuss?
Eine Warmwasser-Wärmepumpe nutzt PV-Überschuss, indem sie ihre Heizphasen in die Sonnenstunden legt und den Speicher bei Überschuss auf eine höhere Solltemperatur lädt. Der Trinkwasserspeicher arbeitet dabei als Wärmespeicher: Solarstrom vom Mittag steht abends als warmes Duschwasser bereit.
Eine Warmwasser-Wärmepumpe, auch Brauchwasser-Wärmepumpe genannt, ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die der Raumluft Wärme entzieht und damit ausschließlich Trinkwasser erwärmt. Die Heizung des Hauses bleibt davon unberührt. In den ausgewerteten Herstellerunterlagen kommen 2 Bauformen vor: ein Kompaktgerät mit integriertem Speicher und ein Gerät, das mit einem separaten 300-Liter-Referenzspeicher geprüft wurde.
PV-Überschuss ist der Teil des Solarstroms, den der Haushalt im selben Moment nicht verbraucht und der sonst ins Netz fließt. Eine Warmwasser-Wärmepumpe passt gut zu diesem Überschuss, weil ihre Leistung klein ist. Laut technischem Datenblatt einer Warmwasser-Wärmepumpe nimmt das Gerät im Mittel 0,50 kW Strom auf und gibt 1,90 kW Wärme ab (EN 16147, Prüfpunkt A15, abgerufen 10/2026).
Zwei Hebel verschieben den Warmwasserstrom in die Sonnenstunden:
| Hebel | Was passiert | Wirkung im Rechenbeispiel |
|---|---|---|
| Zeit | Die tägliche Nachladung läuft mittags statt nachts | rund 2,0 kWh Strom pro Tag |
| Temperatur | Der PV-Kontakt hebt die Solltemperatur von 55 auf 60 °C | rund 0,55 kWh Strom pro Ladung |
Der Zeit-Hebel ergibt sich aus einem Beispielhaushalt mit 180 Litern Mischwasser von 40 °C pro Tag (Annahme). Bei 10 °C Kaltwasser (Annahme) ergibt das 180 l × 1,163 Wh/(l·K) × 30 K = 6.280 Wh, also rund 6,3 kWh Wärme. Geteilt durch den COP von 3,16 sind das rund 2,0 kWh Strom. Die Wärmepumpe läuft dafür 6,3 kWh ÷ 1,90 kW = rund 3,3 Stunden. Der Wert 1,163 Wh je Liter und Kelvin ist die spezifische Wärmekapazität von Wasser, ein physikalischer Standardwert, den wir nicht aus den Quellen dieses Artikels entnommen haben. Speicher- und Leitungsverluste sind nicht eingerechnet.
Die Vor- und Nachteile dieser Geräteklasse im PV-Haushalt ordnet der Beitrag Warmwasser-Wärmepumpe: Vor- und Nachteile im Haushalt mit PV ein. Einen Überblick über Gerätetechnik ohne PV-Steuerung gibt Wärmepumpe Warmwasser effizient nutzen Serien und Technik im Überblick.
Der häufigste Planungsfehler ist ein PV-Kontakt, der nur die Überhöhung steuert, während die normale Nachladung nachts aus dem Netz läuft. Im Rechenbeispiel holt die Überhöhung von 55 auf 60 °C rund 0,55 kWh Solarstrom in den Speicher. Die mittägliche Nachladung des verbrauchten Wassers bringt rund 2,0 kWh, also fast das Vierfache. Ein Zeitfenster für den Normalbetrieb in den Mittagsstunden ist deshalb der erste Schritt, der PV-Kontakt der zweite.
Welcher Anschluss verbindet Wärmepumpe und PV-Anlage?
Drei Anschlusswege verbinden eine Warmwasser-Wärmepumpe mit der PV-Anlage: der potentialfreie Kontakteingang, die SG-Ready-Schnittstelle mit zwei Kontakten und ein Energiemanager mit Messung am Netzanschluss. In allen drei Fällen bezieht die Wärmepumpe Wechselstrom aus dem Hausnetz. Die Verbindung zur PV-Anlage ist nur ein Steuersignal.
| Anschlussweg | Signal | Was die Wärmepumpe tut | Grenze |
|---|---|---|---|
| Potentialfreier Kontakt (PV-Eingang) | 1 Kontakt: offen oder geschlossen | schaltet auf Soll-Temperatur 2 | kennt nur „Überschuss ja/nein“ |
| SG Ready | 2 Kontakte, 4 Zustände | Sperre, Normalbetrieb, verstärkter Betrieb, Anlaufbefehl | Signalgeber muss 4 Zustände ausgeben |
| Energiemanager | Messung von Bezug und Einspeisung | erhält Kontakt- oder Datensignal nach Regeln | zusätzliches Gerät und Einrichtung |
Wie funktioniert der potentialfreie PV-Eingang?
Ein potentialfreier Kontakt ist ein Schaltkontakt ohne eigene Spannung, den ein anderes Gerät öffnet oder schließt. Laut Installationsanleitung einer Warmwasser-Wärmepumpe (Herstellerunterlage, ohne Datum, abgerufen 10/2026) bindet der eingebaute Kontakteingang externe Signalgeber ein, „z. B. eine Photovoltaik-Anlage“. Liegt das Signal an, gilt ein zweiter, werkseitig höherer Sollwert.
Drei Details aus derselben Anleitung prägen die Planung. Das Signal muss mindestens 60 Sekunden anliegen, bevor die Regelung reagiert. Die Soll-Temperatur 2 ist zwischen 20 und 65 °C einstellbar. Die Anleitung rät aus hygienischen Gründen von Warmwassertemperaturen unter 50 °C ab. Den Kontakt schließt ein Schaltausgang des Wechselrichters oder eines Energiemanagers, sobald eine eingestellte Einspeiseleistung überschritten ist.
Was leistet die SG-Ready-Schnittstelle?
SG Ready ist ein Label für Wärmepumpen, deren Regelung über 2 Schaltkontakte 4 Betriebszustände annimmt. Laut der Dokumentation „SG Ready-Schnittstelle“ von Hager Controls (Stand 09/2020) gelten diese Zustände:
| Zustand | Kontakt 1 | Kontakt 2 | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| 1 | Ein | Aus | Sperrbetrieb, maximal 2 Stunden harte Sperrzeit |
| 2 | Aus | Aus | Normalbetrieb |
| 3 | Aus | Ein | verstärkter Betrieb bei PV-Überschuss |
| 4 | Ein | Ein | definitiver Anlaufbefehl |
Für Warmwasser-Wärmepumpen verlangt dieselbe Unterlage eine automatische Temperaturerhöhung zur Wärmespeicherung. Heizungs-Wärmepumpen müssen alle 4 Zustände abdecken. Für die PV-Kopplung zählt bei der Warmwasser-Wärmepumpe vor allem Zustand 3.
Wann lohnt ein Energiemanager?
Ein Energiemanager ist ein Steuergerät, das Bezug und Einspeisung am Netzanschluss misst und Verbraucher nach festen Regeln zuschaltet. Ein Energiemanager lohnt sich, sobald mehrere Verbraucher um denselben Überschuss konkurrieren, zum Beispiel Batteriespeicher, Wallbox und Warmwasser-Wärmepumpe. Der Energiemanager legt die Reihenfolge fest und verhindert, dass die Wärmepumpe bei kurzer Wolkenlücke ständig ein- und ausschaltet. Wie ein solches System die Warmwasserbereitung zeitlich plant, beschreibt HEMS Warmwasser: So steuert ein Home Energy Management System die Warmwasserbereitung zeitlich.
Der Anschluss der Steuerleitung an Kontakteingang oder SG-Ready-Klemmen ist eine Arbeit an der elektrischen Anlage. Die ausgewertete Installationsanleitung schreibt vor, dass diese Anschlussvariante nur ein Fachhandwerker vornimmt, und warnt vor Stromschlag. Die Hager-Unterlage verlangt, die Anschlussleitung vor Arbeiten freizuschalten. Verbinden Sie Steuerkontakte nie selbst mit Wechselrichter-Ausgängen oder Netzspannung. Beauftragen Sie eine eingetragene Elektrofachkraft.
Wie viel Solarstrom nimmt der Warmwasserspeicher auf?
Ein 300-Liter-Warmwasserspeicher nimmt je Kelvin Temperaturhub rund 0,35 kWh Wärme auf. Bei einem Hub von 5 Kelvin erzeugt die Wärmepumpe diese Wärme mit rund 0,55 kWh Strom, ein Heizstab braucht dafür rund 1,74 kWh. Der Speicher ist damit ein kleiner, aber verlustarmer Wärmespeicher für Solarstrom.
Die Rechnung folgt einer Formel: Wärmemenge = Speicherinhalt × 1,163 Wh/(l·K) × Temperaturhub. Für 300 Liter und 10 Kelvin ergibt das 300 × 1,163 × 10 = 3.489 Wh, also rund 3,5 kWh. Den Strombedarf der Wärmepumpe liefert die Division durch den COP. Der COP (Coefficient of Performance) ist das Verhältnis von abgegebener Wärme zu aufgenommenem Strom. Das technische Datenblatt nennt einen COP von 3,16 nach EN 16147 am Prüfpunkt A15 mit 300-Liter-Referenzspeicher.
| Temperaturhub im 300-l-Speicher | Wärmemenge | Strom mit Wärmepumpe (COP 3,16) | Strom mit Heizstab | Laufzeit Wärmepumpe (1,90 kW) |
|---|---|---|---|---|
| 5 K, z. B. 55 → 60 °C | 1,74 kWh | 0,55 kWh | 1,74 kWh | rund 0,9 Stunden |
| 10 K, z. B. 50 → 60 °C | 3,49 kWh | 1,10 kWh | 3,49 kWh | rund 1,8 Stunden |
| 15 K, z. B. 45 → 60 °C | 5,23 kWh | 1,66 kWh | 5,23 kWh | rund 2,8 Stunden |
Der COP von 3,16 ist ein Normwert für einen festgelegten Prüfzyklus. Bei höheren Speichertemperaturen sinkt die Effizienz. Laut Umweltbundesamt fällt die Jahresarbeitszahl der Trinkwassererwärmung in einem Typ-Einfamilienhaus von 3,22 auf 2,19, wenn die Temperatur von 48 auf 60 °C steigt und zusätzlich eine Zirkulation läuft (Stand 11/2023). Die Tabelle zeigt deshalb eine Näherung für gute Bedingungen.
Das Umweltbundesamt empfiehlt im Einfamilienhaus durchgängig über 55 °C. Das Datenblatt nennt 60 °C als höchste Warmwassertemperatur der Wärmepumpe allein. Für die reine Überhöhung bleiben damit nur 5 Kelvin, also 1,74 kWh Wärme aus 0,55 kWh Strom. Wer mehr Solarstrom über die Temperatur speichern will, braucht entweder den Heizstab bis 65 °C oder einen größeren Speicher. Beides kostet Effizienz oder Platz, der Zeit-Hebel kostet nichts.
Wie groß sollte der Speicher sein?
Die Speichergröße einer Warmwasser-Wärmepumpe richtet sich nach dem Tagesbedarf an Mischwasser und nach der Zahl der Tage, die der Speicher überbrücken soll. Laut Herstellerdatenblatt liefert ein 300-Liter-Speicher 373 Liter Mischwasser mit 40 °C. Das sind rund 1,24 Liter Mischwasser je Liter Speicherinhalt.
Mischwasser ist das Wasser, das nach dem Mischen von heißem Speicherwasser und kaltem Leitungswasser an der Dusche ankommt, hier mit 40 °C. Die Theorie ergibt bei 60 °C Speichertemperatur und 10 °C Kaltwasser (Annahme) mehr: (60 − 10) ÷ (40 − 10) = 1,67 Liter je Liter. Für die Planung zählt der gemessene Normwert von 1,24, weil er die reale Entnahme abbildet.
Die Formel lautet: Speicherinhalt = Tagesbedarf Mischwasser × Tage ÷ 1,24. Zwei Tage Reserve erlauben, dass ein sonniger Tag den folgenden bewölkten Tag mitversorgt.
| Tagesbedarf Mischwasser 40 °C (Annahme) | Speicher für 1 Tag | Speicher für 2 Tage |
|---|---|---|
| 120 Liter | rund 97 Liter | rund 194 Liter |
| 180 Liter | rund 145 Liter | rund 290 Liter |
| 240 Liter | rund 194 Liter | rund 387 Liter |
Den eigenen Tagesbedarf ermitteln Sie am besten über einen Warmwasserzähler oder über die Rechnung im Beitrag kWh für Warmwasser berechnen: Formel, Personenwerte, PV-Anteil. Größere Speicher haben eine größere Oberfläche und verlieren mehr Wärme im Stillstand.
Ab 400 Litern greift eine weitere Grenze. Laut Umweltbundesamt gelten für Großanlagen mit Speichern ab 400 Litern oder mehr als 3 Litern Leitungsinhalt nach dem DVGW-Arbeitsblatt W 551 mindestens 60 °C am Speicheraustritt (Stand 11/2023). Für private Ein- und Zweifamilienhäuser empfiehlt das Umweltbundesamt mindestens 55 bis 60 °C. Lassen Sie die Einordnung Ihrer Anlage vor dem Kauf eines großen Speichers vom Installateur bestätigen.
Wo wird eine Warmwasser-Wärmepumpe aufgestellt?
Eine Warmwasser-Wärmepumpe steht in einem frostfreien Innenraum mit ausreichend Luftvolumen, zum Beispiel im Keller, Hauswirtschaftsraum oder Heizungsraum. Das Gerät kühlt und entfeuchtet die Raumluft. Ein Raum, in dem das stört, eignet sich nicht als Aufstellort.
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Die ausgewertete Installationsanleitung nennt 5 Anforderungen an den Aufstellraum:
| Kriterium | Anforderung laut Herstellerunterlage |
|---|---|
| Frost | Der Aufstellraum muss frostfrei sein. |
| Luftführung | Das Gerät arbeitet im Umluftbetrieb und benötigt keine Außenluft. |
| Raumklima | Die Raumluft kühlt sich um 1 °C bis 3 °C ab, das Gerät entzieht ihr Feuchtigkeit. |
| Kondensat | Ein Kondensatablauf führt das Wasser aus dem Gerät. |
| Raumgröße | Muss den Einsatzgrenzen in der Datentabelle entsprechen. |
Das technische Datenblatt eines zweiten Geräts ergänzt 3 Werte: Einsatzgrenzen der Lufttemperatur von −10 bis +40 °C, ein Luftvolumenstrom von 510 m³/h freiblasend und ein Schallleistungspegel von 57 dB(A). Der Schallleistungspegel beschreibt die Geräuschquelle selbst. Am Ohr kommt je nach Abstand und Raum ein anderer Pegel an.
Das Mindestraumvolumen steht in der Datentabelle des jeweiligen Geräts. Prüfen Sie diesen Wert vor dem Kauf gegen die Grundfläche und Deckenhöhe Ihres Kellers.
Die Abkühlung um 1 bis 3 °C ist im Vorratskeller oder Waschkeller ein Nebeneffekt mit Nutzen, weil das Gerät dort gleichzeitig entfeuchtet. In einem beheizten Hauswirtschaftsraum holt die Wärmepumpe dagegen Wärme aus der Raumluft, die vorher die Heizung geliefert hat. Ein kühler, unbeheizter Kellerraum ist deshalb der bessere Platz, solange er frostfrei bleibt und die Lufttemperatur innerhalb der Einsatzgrenzen liegt.
Wann ergänzt ein Heizstab die Warmwasser-Wärmepumpe?
Ein Heizstab ergänzt die Warmwasser-Wärmepumpe für Temperaturen über dem Maximum der Wärmepumpe, für eine schnelle Aufheizung bei hohem Bedarf und als Notheizung. Für PV-Überschuss lohnt der Heizstab erst, wenn die Wärmepumpe ihre Höchsttemperatur erreicht hat und weiterhin Solarstrom ins Netz fließt.
Ein Heizstab ist ein elektrischer Widerstandsheizer im Speicher, der Strom direkt in Wärme umwandelt. Aus 1 kWh Strom entsteht höchstens 1 kWh Wärme, weil keine Umweltwärme hinzukommt. Die Wärmepumpe mit COP 3,16 erzeugt aus derselben kWh rund 3,2 kWh Wärme.
Die Herstellerunterlagen zeigen den Abstand der Temperaturen. Laut Installationsanleitung erwärmt die elektrische Not- und Zusatzheizung den oberen Speicherbereich auf bis zu 65 °C. Bei der Schnellaufheizung arbeiten Wärmepumpe und Heizstab parallel, bis der Speicher 65 °C erreicht. Das zweite Datenblatt nennt 60 °C als höchste Warmwassertemperatur mit der Wärmepumpe allein.
Die Reihenfolge entscheidet über den Stromverbrauch. Ein Hub von 60 auf 65 °C im 300-Liter-Speicher braucht mit dem Heizstab 1,74 kWh Strom. Denselben Hub von 55 auf 60 °C schafft die Wärmepumpe mit 0,55 kWh. Sinnvoll ist deshalb die Folge: zuerst Wärmepumpe bis zu ihrem Maximum, danach Heizstab nur mit verbleibendem Überschuss. Eine stufenlos geregelte Lösung nur für den Heizstab beschreibt PV + Heizstab: Wie sinnvoll ist das elektrische Heizen mit Solarstrom?.
Eine wöchentliche Aufheizung mit dem Heizstab ersetzt keine dauerhaft hohe Temperatur. Laut Umweltbundesamt ist eine „Legionellenschaltung“ keine sichere Variante des Legionellenschutzes (Stand 11/2023).
Welche Warmwassertemperatur schützt vor Legionellen?
Das Umweltbundesamt empfiehlt für private Ein- und Zweifamilienhäuser eine Warmwassertemperatur von mindestens 55 bis 60 °C, und zwar durchgängig über 55 °C (Stand 11/2023). Für Großanlagen gelten nach DVGW-Arbeitsblatt W 551 mindestens 60 °C am Speicheraustritt.
Legionellen sind Bakterien, die sich in warmem Trinkwasser vermehren. Das Umweltbundesamt nennt ein dauerhaft hohes Temperaturniveau als etabliertes Verfahren des Legionellenschutzes. Die Ultrafiltration mit Membranen in der Größenordnung von 0,01 µm ist laut Umweltbundesamt in Erprobung, ein Nachweis für den Dauerbetrieb fehlt noch.
Die Temperaturgrenze hat einen Preis. Das Umweltbundesamt beziffert die Steigerung von Endenergiebedarf und Energiekosten auf rund 15 %, wenn ein Typ-Einfamilienhaus von 48 auf 60 °C und Zirkulation umgestellt wird. Für die PV-Kopplung folgt daraus: Die Normal-Solltemperatur bleibt über 55 °C, der PV-Kontakt hebt bis zum Maximum der Wärmepumpe an.
Senken Sie die Normal-Solltemperatur nicht unter 55 °C, um den Temperaturhub für Solarstrom zu vergrößern. Das Umweltbundesamt empfiehlt im Einfamilienhaus durchgängig über 55 °C und hält eine periodische „Legionellenschaltung“ nicht für sicher. Für Großanlagen mit Speichern ab 400 Litern oder mehr als 3 Litern Leitungsinhalt gelten nach DVGW W 551 mindestens 60 °C am Speicheraustritt. Klären Sie die Einstellung mit dem Installateur.
Wie planen Sie die Kopplung mit dem PV-Warmwasser-Plan in 5 Schritten?
Der PV-Warmwasser-Plan in 5 Schritten klärt Bedarf, Speicher, Aufstellort, Steuerweg und Temperaturen, bevor Sie ein Gerät bestellen. Jeder Schritt baut auf einer Zahl aus dem vorherigen auf. Die Elektroinstallation übernimmt am Ende die Elektrofachkraft.
- Bedarf messen: Ermitteln Sie den Tagesbedarf an Mischwasser mit 40 °C über einen Warmwasserzähler oder eine Rechnung nach Personen.
- Speicher auslegen: Teilen Sie Tagesbedarf × 2 Tage durch 1,24 und wählen Sie die nächste verfügbare Speichergröße.
- Aufstellort prüfen: Gleichen Sie Raumvolumen, Frostfreiheit, Lufttemperatur und Kondensatablauf mit der Datentabelle ab.
- Steuerweg wählen: Nehmen Sie den PV-Kontakt für eine Einzellösung, SG Ready für mehr Zustände und einen Energiemanager bei mehreren Verbrauchern.
- Temperaturen festlegen: Stellen Sie die Normal-Solltemperatur über 55 °C, die PV-Solltemperatur auf das Maximum der Wärmepumpe und ein Zeitfenster für die Nachladung in den Mittag.
Haushalte mit bestehender Gas- oder Ölheizung prüfen zusätzlich, ob die Warmwasser-Wärmepumpe die Heizung im Sommer ganz abschalten lässt. Diese Frage behandelt Wärmepumpe nur für Warmwasser: Sinnvoll neben Gas- oder Ölheizung?.
💬 Unsere Einschätzung
Die verbreitete Annahme lautet: Je höher die PV-Solltemperatur, desto mehr Solarstrom landet im Speicher. Die Rechnung zeigt das Gegenteil als Engpass. Zwischen 55 °C Hygiene-Boden und 60 °C Wärmepumpen-Maximum passen in 300 Liter nur 1,74 kWh Wärme. Die Verlagerung der täglichen Nachladung in die Mittagsstunden holt im Beispielhaushalt rund 2,0 kWh Solarstrom pro Tag, fast das Vierfache. Höhere Temperaturen kosten zudem Effizienz: Das Umweltbundesamt belegt einen Rückgang der Jahresarbeitszahl von 3,22 auf 2,19 bei 60 °C mit Zirkulation. Unsere Einordnung: Zeitfenster zuerst, PV-Kontakt als Ergänzung, Heizstab nur als letzte Stufe für echten Restüberschuss.
- Eine Warmwasser-Wärmepumpe koppeln Sie über PV-Kontakt, SG Ready oder Energiemanager, immer als Steuersignal.
- Ein Gerät aus den ausgewerteten Datenblättern nimmt im Mittel 0,50 kW auf und passt zu kleinen Überschüssen.
- 300 Liter speichern je 10 Kelvin rund 3,5 kWh Wärme aus rund 1,1 kWh Strom.
- Der Speicher ergibt sich aus Tagesbedarf × 2 Tage ÷ 1,24 Liter Mischwasser je Liter Speicher.
- Die Normal-Solltemperatur bleibt laut Umweltbundesamt durchgängig über 55 °C.
- Der PV-Warmwasser-Plan in 5 Schritten setzt die Nachladung in den Mittag und den Heizstab ans Ende.
Häufige Fragen zur Warmwasser-Wärmepumpe mit PV
Läuft die Warmwasser-Wärmepumpe auch ohne PV-Überschuss?
Die Warmwasser-Wärmepumpe läuft ohne PV-Überschuss im Normalbetrieb mit Netzstrom weiter. Fällt das Signal weg, gilt wieder die Standard-Solltemperatur. Laut Installationsanleitung ist die Soll-Temperatur 2 nur übergeordnet, solange das externe Schaltsignal anliegt. Warmes Wasser steht deshalb auch nach mehreren bewölkten Tagen bereit.
Wie lange darf ein SG-Ready-Signal die Wärmepumpe sperren?
Ein SG-Ready-Sperrsignal darf die Wärmepumpe laut Hager-Dokumentation maximal 2 Stunden hart sperren (Stand 09/2020). Danach kehrt die Regelung in den Normalbetrieb zurück. Ein ausreichend großer Speicher überbrückt diese Zeit, ohne dass das Warmwasser ausgeht.
Was passiert bei wechselnder Bewölkung?
Wechselnde Bewölkung lässt den Überschuss im Minutentakt schwanken. Die Regelung der ausgewerteten Wärmepumpe reagiert erst, wenn das externe Signal mindestens 60 Sekunden anliegt. Ein Energiemanager mit Einschaltschwelle und Mindestlaufzeit glättet zusätzlich und schont den Verdichter vor häufigen Starts.
Hat der Batteriespeicher Vorrang vor der Warmwasser-Wärmepumpe?
Die Rangfolge zwischen Batteriespeicher und Warmwasser-Wärmepumpe legt der Energiemanager fest, eine feste Regel gibt es nicht. Die Warmwasser-Wärmepumpe mit COP 3,16 erzeugt aus 1 kWh Solarstrom rund 3,2 kWh Wärme. Der Batteriespeicher liefert dagegen Strom für jeden Verbraucher im Haus, auch abends und nachts.
Quellen
- Trinkwarmwasserkonzepte für Gebäude mit einer Wärmepumpenheizung – Ad-hoc Papier · umweltbundesamt.de · Temperaturempfehlung über 55 °C im Ein- und Zweifamilienhaus, 60 °C für Großanlagen nach DVGW W 551, Jahresarbeitszahl 3,22 zu 2,19, rund 15 % Mehrbedarf, „Legionellenschaltung“ nicht sicher (Stand 11/2023)
- SG Ready-Schnittstelle (6LE007531A) · hager.com · 4 Betriebszustände mit Kontaktbelegung, maximal 2 Stunden Sperrzeit, automatische Temperaturerhöhung bei Warmwasser-Wärmepumpen (Stand 09/2020)
- Warmwasser-Wärmepumpe WPT 220 EL / WPT 300 EL / WPT 300 EL plus – Bedienung und Installation · heizungsdiscount24.de (Herstellerunterlage, Hersteller laut Dateiname AEG) · PV-Kontakteingang mit Soll-Temperatur 2 (20 bis 65 °C), 60 Sekunden Mindestsignal, Heizstab bis 65 °C, Raumabkühlung 1 bis 3 °C, Umluftbetrieb, Fachhandwerker-Pflicht (ohne Datumsangabe, abgerufen 10/2026)
- Technische Daten Warmwasser-Wärmepumpe WWS 20 (Best.-Nr. 233898) · stiebel-eltron.de · COP 3,16 und 373 Liter Mischwasser 40 °C nach EN 16147/A15 mit 300-Liter-Referenzspeicher, 0,50 kW Leistungsaufnahme, 1,90 kW Wärmeleistung, −10 bis +40 °C, 60 °C maximal, 57 dB(A) (ohne Datumsangabe, abgerufen 10/2026)
- Modell: ACS 200 LT (Luft-Wärmepumpe für ACS) mit 200 L Tank.
- Modi: ECO, Automatisch, Boost, Elektrisch, Belüftung, Urlaub + Sicherheits- und Nutzfunktionen
- Konnektivität: Durch das integrierte WLAN-Modul ist eine Fernsteuerung über die spezielle App möglich
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