Wärmepumpe richtig einstellen: Heizkurve, Warmwasser und PV-Überschuss
Eine Wärmepumpe ist richtig eingestellt, wenn die Heizkurve so niedrig liegt, dass alle Räume bei voll geöffneten Thermostatventilen warm werden, das Warmwasser hygienisch sicher bleibt und PV-Überschuss gezielt in Speicher fließt. Laut Umweltbundesamt (Stand 05/2024) kommen Flächenheizungen mit 35 °C Vorlauftemperatur oder weniger aus.
Die Heizkurve ist der größte Hebel: In unserer idealisierten Rechnung braucht eine Wärmepumpe bei 45 °C statt 35 °C Vorlauf rund 26 % mehr Strom für dieselbe Wärme. Für Warmwasser nennt die Verbraucherzentrale mindestens 60 °C als sicheren Legionellenschutz (Stand 01/2026). PV-Überschuss steuern Sie über die SG-Ready-Schnittstelle mit 4 Betriebszuständen. Das Umweltbundesamt nennt eine Jahresarbeitszahl von 4,0 oder höher als ideal.
Wie stellt man die Heizkurve einer Wärmepumpe ein?
Die Heizkurve stellen Sie in 4 Schritten ein: Thermostatventile voll öffnen, Niveau an milden Tagen anpassen, Steilheit an kalten Tagen anpassen und nach jeder Änderung die Wirkung abwarten. Ziel ist laut Verbraucherzentrale die niedrigste Vorlauftemperatur, bei der alle Räume noch warm genug werden.
Die Heizkurve ist eine Kennlinie in der Regelung der Wärmepumpe, die jeder Außentemperatur eine Vorlauftemperatur zuordnet. Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, das zu Fußbodenheizung oder Heizkörpern fließt. Laut Verbraucherzentrale (Stand 02/2026) gilt: „Je kälter es draußen ist, umso höher ist die Vorlauftemperatur.“
Die Heizkurve hat 2 Stellgrößen. Die Steilheit (auch Neigung) legt fest, wie stark der Vorlauf bei sinkender Außentemperatur steigt. Das Niveau (auch Parallelverschiebung) verschiebt die ganze Kurve parallel nach oben oder unten. Die Bezeichnungen unterscheiden sich je Hersteller, das Prinzip bleibt gleich.
Das Umweltbundesamt (Stand 05/2024) fordert für die Inbetriebnahme „eine möglichst niedrige Heizkurve“. Die Verbraucherzentrale präzisiert den Maßstab: Die Vorlauftemperatur ist optimal, wenn die Räume bei voll geöffneten Thermostatventilen, meist Stufe 5, noch warm genug sind.
Der 4-Schritte-Einstellplan für die Heizkurve
Die folgende Reihenfolge ist redaktionelle Fachpraxis aus der Heizungstechnik. Sie stammt nicht aus einer Norm und nicht aus den unten genannten Quellen.
| Schritt | Was Sie tun | Woran Sie es erkennen |
|---|---|---|
| 1. Ventile öffnen | Thermostatventile in den Haupträumen ganz aufdrehen | Die Wärmepumpe regelt die Temperatur allein über den Vorlauf |
| 2. Niveau anpassen | An milden Tagen Niveau absenken, bis ein Raum knapp zu kühl wird, dann eine Stufe zurück | Zu warm oder zu kalt bei milder Witterung |
| 3. Steilheit anpassen | An kalten Tagen Steilheit absenken, bis ein Raum knapp zu kühl wird, dann eine Stufe zurück | Zu warm oder zu kalt bei Frost |
| 4. Wirkung abwarten | Nur eine Größe pro Durchgang ändern | Fußbodenheizungen reagieren langsam, nach unserer Erfahrungsregel erst nach etwa einem Tag |
Die Logik dahinter: Passt die Temperatur an milden Tagen nicht, liegt der Fehler meist im Niveau. Passt sie nur bei Frost nicht, liegt er in der Steilheit. Wer beide Größen gleichzeitig verstellt, weiß danach nicht, welche Änderung gewirkt hat. Für die gewünschte Raumtemperatur in einzelnen Zimmern hilft der Beitrag Heizung Temperatur richtig einstellen für jeden Raum optimal nutzen.
Wie viel Effizienz kostet jedes Grad Vorlauftemperatur?
Jedes Grad Vorlauftemperatur senkt die Effizienz einer Wärmepumpe, in unserer idealisierten Rechnung um gut 2 % Strommehrbedarf pro Grad. Zwischen 35 °C und 45 °C Vorlauf steigt der Strombedarf bei 2 °C Außentemperatur rechnerisch um rund 26 %, bei gleicher Wärmemenge.
Die Rechnung nutzt die Carnot-Leistungszahl. Die Carnot-Leistungszahl ist der theoretische Höchstwert einer Wärmepumpe: Vorlauftemperatur in Kelvin geteilt durch den Abstand zwischen Vorlauf und Wärmequelle. Reale Geräte erreichen nur einen Teil dieses Werts. Die relativen Abstände zwischen den Zeilen zeigen trotzdem die Richtung.
Rechenweg für 35 °C Vorlauf und 2 °C Außenluft: 308,15 K ÷ (308,15 K − 275,15 K) = 308,15 ÷ 33 = 9,34. Für 45 °C Vorlauf: 318,15 ÷ 43 = 7,40. Der Strombedarf verhält sich umgekehrt zur Leistungszahl: 9,34 ÷ 7,40 = 1,26, also 26 % mehr Strom.
| Vorlauftemperatur | Ideale Leistungszahl bei 2 °C Außenluft | Strommehrbedarf gegenüber 35 °C |
|---|---|---|
| 35 °C | 9,34 | 0 % |
| 40 °C | 8,24 | +13 % |
| 45 °C | 7,40 | +26 % |
| 50 °C | 6,73 | +39 % |
| 55 °C | 6,19 | +51 % |
Die Verbraucherzentrale (Stand 02/2026) fasst denselben Zusammenhang ohne Rechnung zusammen: „Insbesondere bei Wärmepumpen ist eine niedrige Vorlauftemperatur entscheidend für die Effizienz.“ Welche Faktoren den Stromverbrauch außerdem treiben, zeigt Wärmepumpe Stromverbrauch verstehen und mit einfachen Maßnahmen optimieren.
Eine Heizkurve mit 5 Grad Reserve „zur Sicherheit“ kostet in der idealisierten Rechnung 11 bis 13 % Strom, und zwar an jedem Heiztag. Die Thermostatventile drosseln die überschüssige Wärme zwar weg, die Wärmepumpe hat sie aber bereits mit schlechterer Leistungszahl erzeugt. Der typische Fehler: Die Heizkurve bleibt nach der Inbetriebnahme auf Werkseinstellung, und die Räume werden über halb geschlossene Ventile geregelt.
Welche Warmwassertemperatur ist bei einer Wärmepumpe sinnvoll?
Die Verbraucherzentrale nennt mindestens 60 °C als sicheren Legionellenschutz und empfiehlt für maximale Sicherheit einen Speicher mit dauerhaft 60 °C (Stand 01/2026). Jedes Grad darüber kostet Effizienz, jedes Grad darunter erfordert eine bewusste Hygieneentscheidung mit dem Installateur.
Legionellen sind Bakterien, die sich in warmem Trinkwasser vermehren und beim Einatmen von Wassertröpfchen, etwa beim Duschen, Lungenentzündungen auslösen. Laut Verbraucherzentrale sterben bei 70 °C auch bestehende Kolonien zuverlässig ab.
Die Legionellenschaltung ist eine Funktion der Regelung, die den Speicher in festen Abständen auf höhere Temperatur bringt. Die Verbraucherzentrale beschreibt sie als regelmäßige Erhitzung auf 60 bis 65 °C. Sie bewertet die Funktion kritisch: Die Schaltung hemmt das Legionellenwachstum „nur kurzzeitig und nicht dauerhaft“.
Der Preis der Temperatur lässt sich mit derselben Carnot-Rechnung abschätzen. Bei einer Wärmequelle von 10 °C liegt die ideale Leistungszahl bei 50 °C Speichertemperatur bei 8,08 und bei 60 °C bei 6,66. Der Strombedarf steigt damit rechnerisch um 8,08 ÷ 6,66 = 1,21, also um 21 %.
| Speichertemperatur | Ideale Leistungszahl bei 10 °C Quelle | Strommehrbedarf gegenüber 50 °C |
|---|---|---|
| 50 °C | 8,08 | 0 % |
| 55 °C | 7,29 | +11 % |
| 60 °C | 6,66 | +21 % |
Nach unserem Kenntnisstand sind in Einfamilienhäusern niedrigere Speichertemperaturen mit Legionellenschaltung verbreitet. Diese Praxis ist in den hier ausgewerteten Quellen nicht belegt. Die Verbraucherzentrale bewertet sie als weniger sicher als dauerhaft 60 °C. Für die Speichergröße nennt die Verbraucherzentrale als Faustregel etwa 50 Liter pro Person.
Senken Sie die Warmwassertemperatur nicht eigenmächtig unter 60 °C und schalten Sie die Legionellenfunktion nicht ab, ohne das mit Ihrem Installateur zu klären. Kritisch sind lange Leitungen, selten genutzte Zapfstellen und Haushalte mit älteren oder immungeschwächten Menschen. Welche Pflichten für Ihre Anlage gelten, hängt von Gebäudetyp und Speichergröße ab und ist hier nicht im Einzelnen geprüft.
Wie stellt man die Wärmepumpe auf PV-Überschuss ein?
Die Wärmepumpe nutzt PV-Überschuss über die SG-Ready-Schnittstelle: Ein Energiemanager oder Wechselrichter meldet Überschuss, und die Regelung hebt dann Warmwasser- oder Heiztemperatur an. Der Speicher nimmt Solarstrom als Wärme auf, die später ohne Netzbezug genutzt wird.
SG Ready ist eine Schnittstelle mit 2 Schaltkontakten, über die ein externes Gerät der Wärmepumpe 4 Betriebszustände vorgibt. Eine Projektarbeit der HTW Berlin (Stand 03/2023) beschreibt die Zustände so:
| Zustand | Kontakte | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1 | 1/0 | „Harte“ Sperrung, maximal 2 Stunden, maximal 3-mal täglich |
| 2 | 0/0 | Normalbetrieb nach Sollwertregelung |
| 3 | 0/1 | Einschaltempfehlung für verstärkten Betrieb |
| 4 | 1/1 | Definitiver Anlaufbefehl, soweit der Regler das zulässt |
Für PV-Überschuss sind die Zustände 3 und 4 relevant. Was die Wärmepumpe dann tut, legt der Hersteller fest. Die HTW Berlin dokumentiert je nach Hersteller Anhebungen der Warmwassertemperatur von 0 bis 5 K, bei einzelnen Herstellern bis 50 K. Für die Heizung sind Anhebungen von 0 bis 20 K möglich.
Die Einstellung erfolgt in 3 Schritten. Erstens verbindet eine Elektrofachkraft die SG-Ready-Kontakte mit Energiemanager oder Wechselrichter. Zweitens legen Sie im Energiemanager die Überschuss-Schwelle fest, ab der Zustand 3 oder 4 ausgelöst wird. Drittens begrenzen Sie im Menü der Wärmepumpe die Anhebung für Warmwasser und Heizung. Wie ein Energiemanagement-System die Verbraucher im Haus priorisiert, erklärt PV + Wärmepumpe: Optimaler Einsatz eines Energiemanagementsystems (EMS).
Das Fraunhofer ISE hat 6 Anlagen mit Wärmepumpe und PV ausgewertet (Stand 11/2025). Ohne Batterie lagen die Autarkie bei 25 bis 40 % und der Eigenverbrauch bei 22 bis 37 %. Mit Batterie lagen die Autarkie bei 32 bis 62 % und der Eigenverbrauch bei 40 bis 83 %.
Der Anschluss der SG-Ready-Kontakte, eines Energiemanagers oder eines Zählers im Zählerschrank ist Arbeit für eine Elektrofachkraft. Überbrücken Sie keine Sperr- oder Steuersignale des Netzbetreibers. Änderungen an der Ansteuerung stimmen Sie mit Installateur und Netzbetreiber ab.
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Wie viel Solarstrom passt in den Warmwasserspeicher?
Ein 300-Liter-Warmwasserspeicher nimmt bei 10 K Anhebung rund 3,5 kWh Wärme auf, für die eine Wärmepumpe mit Arbeitszahl 3 nur etwa 1,2 kWh Solarstrom braucht. Ein Heizstab braucht für dieselbe Wärme die vollen 3,5 kWh Strom.
Der Rechenweg nutzt die spezifische Wärmekapazität von Wasser, einen Lehrbuchwert von rund 1,163 Wh pro Kilogramm und Kelvin. Die Arbeitszahl 3 ist eine Annahme für das Beispiel.
- Wärmemenge: 300 kg × 1,163 Wh/(kg·K) × 10 K = 3.489 Wh, also rund 3,5 kWh.
- Strom Wärmepumpe: 3,5 kWh ÷ 3 = rund 1,2 kWh.
- Strom Heizstab: 3,5 kWh ÷ 1 = 3,5 kWh.
| Speicher | Anhebung | Wärme | Strom Wärmepumpe (Arbeitszahl 3) | Strom Heizstab |
|---|---|---|---|---|
| 200 Liter | 10 K | 2,3 kWh | 0,8 kWh | 2,3 kWh |
| 300 Liter | 10 K | 3,5 kWh | 1,2 kWh | 3,5 kWh |
| 300 Liter | 5 K | 1,7 kWh | 0,6 kWh | 1,7 kWh |
Die Tabelle zeigt die Grenze des Warmwasserspeichers: Er nimmt pro Tag nur wenige Kilowattstunden auf. Größere Mengen speichert das Gebäude selbst, etwa der Estrich einer Fußbodenheizung über eine leichte Anhebung der Heiztemperatur. Wie sich der Sommerbetrieb mit Solarstrom rechnet, zeigt Sommerbetrieb: Wie PV-Wärmepumpen Warmwasser nahezu kostenlos erzeugen können.
Ein Heizstab im Speicher wandelt 1 kWh Strom in 1 kWh Wärme. Die Wärmepumpe liefert aus derselben Kilowattstunde im Beispiel 3 kWh Wärme. Schaltet der Energiemanager bei PV-Überschuss zuerst den Heizstab, verschenkt er zwei Drittel des möglichen Ertrags. Die richtige Reihenfolge lautet: Wärmepumpe über SG Ready zuerst, Heizstab nur für Überschuss, den die Wärmepumpe nicht mehr aufnimmt.
Welche Einstellfehler kosten am meisten Effizienz?
Zu den teuersten Einstellfehlern zählen eine zu hohe Heizkurve, eine unnötig hohe Warmwassertemperatur ohne Hygienegrund und ein Heizstab, der unbemerkt mitläuft. Die Heizkurve wirkt an jedem Heiztag, deshalb hat sie in unserer Rechnung den größten Hebel auf die Jahresarbeitszahl.
Die Jahresarbeitszahl ist das Verhältnis aus erzeugter Wärme und verbrauchtem Strom über ein ganzes Jahr. Das Fraunhofer ISE hat 77 Wärmepumpen in Bestandsgebäuden 4 Jahre lang gemessen (Stand 11/2025). Die 61 Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Mittel 3,4, mit einer Spannweite von 2,6 bis 4,9. Die 16 Erdreich-Wärmepumpen erreichten im Mittel 4,3.
Die Spannweite zeigt: Gleiche Technik arbeitet in der Praxis sehr unterschiedlich. Gebäude und Heizflächen sind ein Teil der Erklärung. Die Einstellung ist nach unserer Einordnung ein weiterer Teil, den Sie selbst beeinflussen.
| Einstellfehler | Erkennungszeichen | Wirkung |
|---|---|---|
| Heizkurve zu hoch | Thermostatventile halb geschlossen, Räume trotzdem warm | +11 bis 13 % Strom bei 5 K zu viel Vorlauf (eigene Rechnung) |
| Warmwasser höher als nötig | Speicher dauerhaft über 60 °C ohne Hygienegrund | +10 bis 11 % Strom pro 5 K zwischen 50 und 60 °C (eigene Rechnung) |
| Heizstab läuft mit | Hoher Stromverbrauch ohne passende Wärmemenge | Heizstab erzeugt 1 kWh Wärme pro kWh Strom |
| Kein hydraulischer Abgleich | Einzelne Räume kalt, andere zu warm | Abgleich spart laut Verbraucherzentrale ca. 5 % Heizkosten |
| Raumtemperatur zu hoch | Wohnräume deutlich über Wunschtemperatur | Laut Verbraucherzentrale rund 6 % Heizenergie pro Grad |
| PV-Anhebung zu stark | Räume überhitzen an sonnigen Tagen | Hohe Vorlauftemperatur senkt die Leistungszahl |
Der hydraulische Abgleich ist eine Einstellung der Wassermengen, damit jeder Heizkörper und jeder Heizkreis die passende Menge Heizwasser erhält. Der Heizstab ist im Feldtest des Fraunhofer ISE selten: Bei den Luft-Wasser-Wärmepumpen lag sein Anteil an der elektrischen Arbeit bei 1,3 %. Liegt der Anteil in Ihrer Anlage deutlich höher, prüfen Sie den Bivalenzpunkt. Was dabei hilft, zeigt Was tun, wenn die Wärmepumpe nicht ausreicht? Bivalenzpunkt und Abhilfe.
Nicht jedes Problem lässt sich mit der Heizkurve lösen. Ein vereistes Außengerät zeigt eine laufende Abtauung oder eine Störung im Luftweg. Eine Fehlermeldung mit Stillstand ist ein Fall für Diagnose statt Feinjustierung. Die Abläufe dazu beschreiben Was tun, wenn die Wärmepumpe vereist? Abtauung verstehen und Was tun, wenn die Wärmepumpe ausfällt? Notbetrieb und erste Schritte.
Wie oft sollte man die Einstellungen der Wärmepumpe prüfen?
Die Einstellungen der Wärmepumpe prüfen Sie nach unserer redaktionellen Empfehlung monatlich anhand der Zählerwerte und gründlich einmal pro Jahr vor der Heizperiode. Eine Norm oder Behördenvorgabe für diesen Rhythmus haben wir nicht gefunden, die Empfehlung beruht auf der Logik der Heizkurve.
Der Monatsblick braucht 2 Zahlen: die erzeugte Wärme aus dem Wärmemengenzähler oder dem Menü der Wärmepumpe und den verbrauchten Strom aus dem Stromzähler. Beispiel mit angenommenen Werten: 1.200 kWh Wärme ÷ 400 kWh Strom = Arbeitszahl 3,0 im Januar. Monatswerte schwanken mit der Außentemperatur. Aussagekräftig ist der Vergleich mit demselben Monat im Vorjahr.
Eine gründliche Prüfung ist nach unserer Einordnung in 4 Situationen fällig, darunter der erste Winter nach der Inbetriebnahme, neue Heizkörper oder Dämmung, ein neuer Energiemanager und ein deutlicher Sprung im Stromverbrauch. Die Heizkurve zeigt ihre Schwächen erst bei Frost, deshalb gehört der erste kalte Abschnitt der Heizperiode dazu.
| Zeitpunkt | Was Sie prüfen |
|---|---|
| Monatlich | Arbeitszahl aus Wärme und Strom, Anteil Heizstab |
| Vor der Heizperiode | Heizkurve, Warmwassertemperatur, Legionellenfunktion |
| Nach der ersten Frostperiode | Steilheit der Heizkurve |
| Nach Umbau oder neuem Energiemanager | SG-Ready-Anhebung, Heizkurve, hydraulischer Abgleich |
💬 Unsere Einschätzung
PV-Überschuss ist für die Effizienz der Wärmepumpe der zweite Hebel, nicht der erste. Die Heizkurve wirkt an jedem Heiztag auf jede erzeugte Kilowattstunde Wärme. Eine Anhebung für PV-Überschuss wirkt nur in den Stunden mit Überschuss, und die liegen im Winter selten. Die Fraunhofer-Daten (Stand 11/2025) stützen diese Reihenfolge: Ohne Batterie nutzten die gemessenen Anlagen 22 bis 37 % des PV-Stroms selbst. Unsere Rechnung zeigt den Preis zu hoher Temperaturen: 10 K mehr Vorlauf bedeuten idealisiert 26 % mehr Strom. Die sinnvolle Reihenfolge lautet deshalb: zuerst die Heizkurve so tief wie möglich, dann die Warmwassertemperatur nach Hygienevorgabe, zuletzt die PV-Anhebung mit begrenzten Werten. Wer die PV-Anhebung zuerst aktiviert, optimiert den Eigenverbrauch und übersieht den größeren Verlust im Grundbetrieb.
- Heizkurve senken: Die Verbraucherzentrale nennt als Maßstab warme Räume bei voll geöffneten Thermostatventilen.
- Einstellplan befolgen: Der 4-Schritte-Einstellplan trennt Niveau (milde Tage) und Steilheit (Frost).
- Vorlauf zählen: 10 K weniger Vorlauf sparen in unserer idealisierten Rechnung rund 21 % Strom, 45 °C gegenüber 35 °C kosten 26 % mehr.
- Warmwasser sichern: Die Verbraucherzentrale empfiehlt für maximale Sicherheit dauerhaft 60 °C.
- Überschuss lenken: SG Ready vor Heizstab, ein 300-Liter-Speicher nimmt bei 10 K rund 3,5 kWh Wärme auf.
- Werte prüfen: Das Umweltbundesamt nennt eine Jahresarbeitszahl von 4,0 oder höher als ideal.
Häufige Fragen zur Einstellung der Wärmepumpe
Welche Jahresarbeitszahl ist bei einer Wärmepumpe ein guter Wert?
Das Umweltbundesamt nennt eine Jahresarbeitszahl von 4,0 oder höher als ideal und empfiehlt, mit dem Installateur einen realistischen Mindestwert schriftlich zu vereinbaren (Stand 05/2024). Im Feldtest des Fraunhofer ISE erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand im Mittel 3,4 und Erdreich-Wärmepumpen 4,3.
Welche Vorlauftemperatur braucht eine Fußbodenheizung mit Wärmepumpe?
Eine Fußbodenheizung zählt zu den Flächenheizungen, die laut Umweltbundesamt mit Vorlauftemperaturen von 35 °C oder weniger auskommen (Stand 05/2024). Der genaue Wert hängt von Dämmung, Verlegeabstand und Außentemperatur ab. Den passenden Wert für Ihr Haus finden Sie mit dem 4-Schritte-Einstellplan.
Lohnt sich eine Nachtabsenkung bei der Wärmepumpe?
Die Verbraucherzentrale unterscheidet zwischen Nachtabsenkung, bei der die Heizung mit niedriger Temperatur weiterläuft, und Nachtabschaltung, bei der sie ausbleibt. Nach unserer Einordnung bringt die Absenkung bei trägen Fußbodenheizungen wenig, weil das Wiederaufheizen am Morgen höhere Vorlauftemperaturen verlangt. Belegte Messwerte dazu lagen uns nicht vor.
Wie groß ist der passende Warmwasserspeicher für eine Wärmepumpe?
Die Verbraucherzentrale nennt als Faustregel etwa 50 Liter Speichervolumen pro Person (Stand 01/2026). Ein 4-Personen-Haushalt kommt damit rechnerisch auf rund 200 Liter. Moderne Speicher haben laut Verbraucherzentrale 10 bis 15 Zentimeter Dämmung, was die Wärmeverluste bei längerer Speicherung begrenzt.
Können Wetterprognosen und Stromtarife die Wärmepumpe steuern?
Moderne Wärmepumpen können laut Verbraucherzentrale Wetterprognosen und variable Stromtarife berücksichtigen (Stand 02/2026). Die Regelung verschiebt dann den Betrieb in Stunden mit günstigem Strom oder erwartetem Solarertrag. Welche Funktionen Ihr Gerät bietet, steht in der Bedienungsanleitung des Herstellers.
Quellen
- Wie erzeuge ich Warmwasser, wenn ich mit einer Wärmepumpe heize? · verbraucherzentrale.de · Legionellenschutz ab 60 °C, Bewertung der Legionellenschaltung, 50 Liter Speicher pro Person, Jahresarbeitszahl von Warmwasser-Wärmepumpen 2,5 bis 4 (Stand 01/2026)
- Heizung optimieren und Heizkosten sparen · verbraucherzentrale.de · Maßstab für die Vorlauftemperatur bei voll geöffneten Thermostatventilen, ca. 5 % Ersparnis durch hydraulischen Abgleich, rund 6 % Heizenergie pro Grad Raumtemperatur (Stand 02/2026)
- Umweltfreundliches Heizen dank effizienter Wärmepumpe · umweltbundesamt.de · Möglichst niedrige Heizkurve, Flächenheizungen mit 35 °C oder weniger, Jahresarbeitszahl ideal ab 4,0 (Stand 05/2024)
- Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (Pressemitteilung) · ise.fraunhofer.de · Feldmessung an 77 Wärmepumpen über 4 Jahre, Jahresarbeitszahlen, Heizstab-Anteil, Autarkie und Eigenverbrauch mit PV (Stand 11/2025)
- Solarstromoptimiertes Energiemanagement von Wärmepumpen (Masterprojektarbeit) · solar.htw-berlin.de · Definition der 4 SG-Ready-Betriebszustände und Temperaturanhebungen je Hersteller (Stand 03/2023)
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