PV-Ertrag pro Monat: Monatsverteilung in Prozent berechnen
Eine nach Süden ausgerichtete PV-Anlage erzeugt in Deutschland zwischen 64 und 72 % ihres Jahresertrags von April bis September, im Dezember dagegen nur 2 bis 4 %. Laut PVGIS (Datenbasis 2005–2023, abgerufen 10/2026) liefert 1 kWp in Frankfurt am Main im Juli 132,65 kWh und im Dezember 30,68 kWh. Den PV-Ertrag pro Monat berechnen Sie als Jahresertrag mal Monatsanteil.
- Juni und Juli tragen je rund 12 % zum Jahresertrag bei, Dezember und Januar je rund 3 %.
- Das Sommerquartal Juni bis August liefert in Frankfurt das 3,0-Fache des Winterquartals Dezember bis Februar, in Hamburg das 3,8-Fache.
- Der Norden konzentriert den Ertrag stärker auf den Sommer: Hamburg erzeugt 71,7 % von April bis September, München 64,1 %.
- Einzelne Monate schwanken laut PVGIS in Frankfurt von Jahr zu Jahr um 9 bis 25 %, der Jahresertrag nur um 5,1 %.
- Bis Ende September hat eine Südanlage in Frankfurt 86,8 % ihres Jahresertrags erzeugt.
Wie verteilt sich der Jahresertrag in Prozent auf die Monate?
Der Jahresertrag einer Südanlage verteilt sich zu rund 12 % auf jeden der Monate Mai, Juni und Juli und zu 3 bis 4 % auf jeden der Monate November, Dezember und Januar. Das zeigen PVGIS-Monatswerte für 3 Standorte von Nord nach Süd, gerechnet mit 1 kWp, 35° Neigung und 14 % Systemverlust.
Der Monatsanteil ist der Prozentsatz des Jahresertrags, den eine PV-Anlage in einem Kalendermonat erzeugt. Der Monatsanteil berechnet sich als Monatsertrag geteilt durch Jahresertrag mal 100. Für Frankfurt im Juli lautet die Rechnung: 132,65 kWh ÷ 1.080,50 kWh × 100 = 12,3 %.
PVGIS ist das Photovoltaic Geographical Information System der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der Europäischen Kommission. PVGIS berechnet für jeden Punkt in Europa den mittleren Monats- und Jahresertrag einer PV-Anlage aus Strahlungs- und Wetterdaten. Für Europa nutzt PVGIS 5.3 laut Handbuch die Strahlungsdatenbank PVGIS-SARAH3 mit 5 km Auflösung und den Jahren 2005 bis 2023.
Die folgende Tabelle zeigt die Monatsanteile für Hamburg, Frankfurt am Main und München. Die Spalte „Mittel“ ist der Durchschnitt der 3 Standorte und eine eigene Rechnung. Rundungsbedingt ergibt die Summe einer Spalte 99,9 bis 100,1 %.
| Monat | Hamburg | Frankfurt | München | Mittel |
|---|---|---|---|---|
| Januar | 2,8 % | 3,5 % | 4,4 % | 3,5 % |
| Februar | 4,8 % | 5,5 % | 6,2 % | 5,5 % |
| März | 8,5 % | 8,9 % | 9,1 % | 8,8 % |
| April | 12,2 % | 11,4 % | 10,6 % | 11,4 % |
| Mai | 12,9 % | 12,0 % | 10,7 % | 11,9 % |
| Juni | 12,9 % | 12,2 % | 11,1 % | 12,1 % |
| Juli | 12,7 % | 12,3 % | 11,5 % | 12,2 % |
| August | 11,4 % | 11,2 % | 10,9 % | 11,2 % |
| September | 9,6 % | 9,8 % | 9,3 % | 9,6 % |
| Oktober | 6,6 % | 6,7 % | 7,4 % | 6,9 % |
| November | 3,3 % | 3,6 % | 4,7 % | 3,9 % |
| Dezember | 2,3 % | 2,8 % | 4,2 % | 3,1 % |
Der Spitzenmonat unterscheidet sich je nach Standort. Hamburg erreicht den höchsten Wert im Mai mit 126,5 kWh/kWp knapp vor dem Juni, Frankfurt und München im Juli. Der Herbst kippt schnell: Von September auf Oktober sinkt der Anteil in Frankfurt von 9,8 % auf 6,7 %. Den Übergang vertiefen die Beiträge PV-Ertrag im September: Wie stark der Ertrag nach dem Sommer sinkt und PV-Ertrag im Oktober: Werte pro kWp und Übergang ins Winterhalbjahr.
Gibt es eine Tabelle mit monatlichen Ertragswerten pro kWp?
PVGIS liefert für jeden Standort eine Tabelle mit dem mittleren Monatsertrag in kWh pro kWp. Für eine Südanlage mit 35° Neigung erzeugt 1 kWp laut PVGIS (abgerufen 10/2026) im Jahr 977,6 kWh in Hamburg, 1.080,5 kWh in Frankfurt und 1.136,8 kWh in München.
Die Einheit kWh/kWp ist der spezifische Ertrag: die Strommenge in Kilowattstunden, die 1 Kilowatt-Peak installierte Modulleistung erzeugt. Kilowatt-Peak (kWp) ist die Nennleistung der Module unter Standard-Testbedingungen. Eine Anlage mit 8 kWp erzeugt damit das 8-Fache der Tabellenwerte.
| Monat | Hamburg (kWh/kWp) | Frankfurt (kWh/kWp) | München (kWh/kWp) | Einstrahlung Frankfurt (kWh/m²) |
|---|---|---|---|---|
| Januar | 27,0 | 37,6 | 49,8 | 43,9 |
| Februar | 46,6 | 59,4 | 70,6 | 69,5 |
| März | 83,6 | 96,6 | 103,0 | 117,0 |
| April | 119,2 | 123,0 | 120,4 | 153,3 |
| Mai | 126,5 | 130,1 | 121,9 | 164,9 |
| Juni | 126,0 | 131,3 | 126,5 | 171,2 |
| Juli | 124,4 | 132,7 | 130,5 | 174,8 |
| August | 111,3 | 121,4 | 123,4 | 158,5 |
| September | 93,7 | 106,4 | 106,0 | 135,2 |
| Oktober | 64,9 | 72,2 | 84,1 | 88,8 |
| November | 32,0 | 39,2 | 53,3 | 47,4 |
| Dezember | 22,5 | 30,7 | 47,4 | 36,4 |
| Jahr | 977,6 | 1.080,5 | 1.136,8 | 1.361,1 |
Die Spalte Einstrahlung zeigt die Globalstrahlung auf die geneigte Modulfläche. PVGIS definiert sie als mittlere Monatssumme der Globalstrahlung pro Quadratmeter, die die Module der Anlage erreicht (Variable H(i)_m). Der Ertrag (Variable E_m) ist die mittlere monatliche Energieproduktion der Anlage nach allen Verlusten.
München liefert im Winter auffällig mehr als die beiden nördlicheren Standorte. Im Dezember erzeugt 1 kWp in München laut PVGIS 47,4 kWh, in Hamburg 22,5 kWh. PVGIS weist das Ergebnis aus, nennt aber keine Ursache. Die Zahlen gelten jeweils für einen Punkt im Stadtgebiet und lassen sich nicht auf ganze Bundesländer übertragen.
Alle Werte gelten für Module mit kristallinem Silizium, 35° Neigung, exakte Südausrichtung, freie Aufstellung und 14 % Systemverlust. PVGIS beschreibt den Systemverlust als alle Verluste zwischen Modul und Netz, etwa in Kabeln, Wechselrichtern und durch Schmutz oder Schnee auf den Modulen. Eine dachparallele Montage, eine Ost-West-Belegung oder Verschattung verändert die Monatsverteilung. Für solche Dächer liefert nur eine eigene PVGIS-Abfrage mit Ihren Werten belastbare Monatsanteile.
Wie berechnen Sie den PV-Ertrag pro Monat für Ihre Anlage?
Der PV-Ertrag pro Monat ergibt sich aus dem Jahresertrag Ihrer Anlage mal dem Monatsanteil Ihres Standorts. Der Monatsanteil-Rechner in 4 Schritten macht daraus eine belastbare Monatsprognose mit Schwankungsbreite, ausgehend von Anlagengröße, Standort und Jahresprognose.
Der Monatsanteil-Rechner in 4 Schritten ist eine Prüfreihe, die eine Jahresprognose in 12 Monatswerte zerlegt:
- Jahresertrag bestimmen: Nehmen Sie die Jahresprognose Ihres Installateurs oder fragen Sie PVGIS mit Standort, kWp, Neigung und Ausrichtung ab.
- Monatsanteil wählen: Nutzen Sie den nächstgelegenen Standort aus der Prozenttabelle oder die Monatswerte Ihrer eigenen PVGIS-Abfrage.
- Monatsertrag rechnen: Multiplizieren Sie den Jahresertrag mit dem Monatsanteil.
- Schwankungsbreite ergänzen: Rechnen Sie die PVGIS-Standardabweichung des Monats auf Ihre Anlagengröße hoch.
Ein Rechenbeispiel für eine 8-kWp-Südanlage in Frankfurt zeigt den Ablauf. Schritt 1: 8 kWp × 1.080,5 kWh/kWp = 8.644 kWh im Jahr. Schritt 2 und 3 für Juli: 8.644 kWh × 12,3 % = 1.063 kWh. Die direkte Rechnung mit dem PVGIS-Monatswert ergibt 8 × 132,65 kWh = 1.061 kWh. Die Differenz von 2 kWh entsteht durch das Runden des Prozentwerts.
| Monat (Frankfurt, 8 kWp) | Rechnung | Ertrag |
|---|---|---|
| Januar | 8 × 37,58 kWh | 301 kWh |
| April | 8 × 123,03 kWh | 984 kWh |
| Juli | 8 × 132,65 kWh | 1.061 kWh |
| Oktober | 8 × 72,17 kWh | 577 kWh |
| Dezember | 8 × 30,68 kWh | 245 kWh |
Schritt 4 folgt im Abschnitt zur Schwankung von Jahr zu Jahr. Den Weg zur Jahresprognose selbst erklärt der Beitrag Wie berechne ich den Ertrag einer PV-Anlage? – Der umfassende Leitfaden.
Der Jahresertrag geteilt durch 12 ergibt für die 8-kWp-Anlage in Frankfurt 720 kWh pro Monat. Der PVGIS-Wert für Dezember liegt bei 245 kWh. Die Durchschnittsrechnung überschätzt den Dezember damit um den Faktor 2,9. Den Juli unterschätzt sie um 32 %, denn 720 kWh liegen 341 kWh unter 1.061 kWh. Wer Speicher, Wärmepumpe oder Wallbox mit Monatsdurchschnitten plant, rechnet im Winter mit Solarstrom, der nicht anfällt.
Wie stark unterscheiden sich Sommer- und Wintermonate?
Sommer- und Wintermonate unterscheiden sich in Hamburg um den Faktor 3,8 und in München um den Faktor 2,3, gemessen am Ertrag von Juni bis August gegenüber Dezember bis Februar. Die Zahlen beruhen auf PVGIS-Monatswerten für eine Südanlage mit 35° Neigung (abgerufen 10/2026).
| Kennzahl (Südanlage, 35°) | Hamburg | Frankfurt | München |
|---|---|---|---|
| Anteil April bis September | 71,7 % | 68,9 % | 64,1 % |
| Anteil Oktober bis März | 28,3 % | 31,1 % | 35,9 % |
| Anteil Juni bis August | 37,0 % | 35,7 % | 33,5 % |
| Anteil Dezember bis Februar | 9,8 % | 11,8 % | 14,8 % |
| Faktor Sommer- zu Winterquartal | 3,8 | 3,0 | 2,3 |
| Stärkster zu schwächstem Monat | 5,6 (Mai zu Dez.) | 4,3 (Juli zu Dez.) | 2,8 (Juli zu Dez.) |
Der Faktor Sommer- zu Winterquartal teilt den Ertrag von Juni bis August durch den Ertrag von Dezember bis Februar. Für Frankfurt lautet die Rechnung: (131,34 + 132,65 + 121,42) kWh ÷ (30,68 + 37,58 + 59,41) kWh = 385,41 kWh ÷ 127,67 kWh = 3,0.
Der Tagesertrag macht den Unterschied greifbar. Laut PVGIS erzeugt 1 kWp in Frankfurt im Juli durchschnittlich 4,28 kWh pro Tag, im Dezember 0,99 kWh pro Tag. Eine 8-kWp-Anlage kommt damit im Juli auf 34 kWh am Tag und im Dezember auf 8 kWh.
Die Ursachen der Winterlücke sind physikalisch bekannt, werden hier aber nicht beziffert: Im Winter steht die Sonne tiefer und die Tage sind kürzer. Wie sich die Jahreszeiten im Einzelnen auswirken, beschreibt der Beitrag Wie sich Jahreszeiten auf die PV-Leistung auswirken – alles über Ertrag, Wetter und Sonnenstand. Die Rückkehr des Ertrags im Spätwinter behandelt PV-Ertrag im Februar: Wann der Ertrag spürbar zurückkehrt.
Warum liefert eine Kilowattstunde Sonnenlicht im Sommer weniger Strom als im Winter?
PVGIS rechnet im Sommer pro Kilowattstunde Einstrahlung einen geringeren Ertrag als im Winter, weil das Modell Temperatur- und Einstrahlungsverluste monatlich berücksichtigt. In Frankfurt erzeugt 1 kWp im Januar 0,86 kWh je kWh/m² Einstrahlung, im Juli 0,76 kWh.
Die Umwandlungsquote in dieser Tabelle ist eine eigene Rechnung: Monatsertrag von 1 kWp geteilt durch die Monatseinstrahlung auf die Modulfläche. Sie zeigt, welcher Teil des Sonnenangebots nach allen Verlusten als Strom ankommt.
| Monat (Frankfurt) | Einstrahlung (kWh/m²) | Ertrag (kWh/kWp) | Umwandlungsquote |
|---|---|---|---|
| Januar | 43,94 | 37,58 | 0,86 |
| April | 153,33 | 123,03 | 0,80 |
| Juli | 174,80 | 132,65 | 0,76 |
| Oktober | 88,82 | 72,17 | 0,81 |
| Dezember | 36,42 | 30,68 | 0,84 |
PVGIS weist die Verluste für das ganze Jahr getrennt aus. Für Frankfurt nennt PVGIS (abgerufen 10/2026) −6,38 % Temperatur- und Einstrahlungsverlust, −3,02 % Verlust durch den Einfallswinkel und +1,67 % spektralen Effekt. Zusammen mit den 14 % Systemverlust ergibt sich ein Gesamtverlust von −20,61 %. Hamburg kommt auf −19,96 %, München auf −20,56 %.
Die Folge für die Monatsverteilung: Der Sommer liefert mehr Licht, setzt aber einen kleineren Teil davon in Strom um. Die Prozentanteile des Ertrags im Sommer fallen deshalb etwas niedriger aus als die Anteile der Einstrahlung. In Frankfurt entfallen 12,8 % der Jahreseinstrahlung auf den Juli, aber 12,3 % des Jahresertrags.
Wie stark schwankt der Monatsertrag von Jahr zu Jahr?
Der Monatsertrag schwankt von Jahr zu Jahr deutlich stärker als der Jahresertrag. In Frankfurt liegt die Standardabweichung laut PVGIS (Datenbasis 2005–2023) im Juli bei 9 % des Mittelwerts, im Februar bei 25 %. Für den gesamten Jahresertrag beträgt sie nur 5,1 %.
Die Standardabweichung ist ein Streuungsmaß. PVGIS gibt sie als Standardabweichung der monatlichen Energieproduktion durch Schwankungen von Jahr zu Jahr an (Variable SD_m). Eine hohe Standardabweichung bedeutet: Der Monatswert eines einzelnen Jahres liegt oft weit vom Mittelwert entfernt.
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| Monat (Frankfurt, 1 kWp) | Mittelwert (kWh) | Standardabweichung (kWh) | Schwankung |
|---|---|---|---|
| Januar | 37,6 | 8,2 | 22 % |
| Februar | 59,4 | 14,8 | 25 % |
| März | 96,6 | 18,5 | 19 % |
| April | 123,0 | 18,7 | 15 % |
| Mai | 130,1 | 17,4 | 13 % |
| Juni | 131,3 | 13,7 | 10 % |
| Juli | 132,7 | 12,1 | 9 % |
| August | 121,4 | 11,1 | 9 % |
| September | 106,4 | 13,1 | 12 % |
| Oktober | 72,2 | 12,8 | 18 % |
| November | 39,2 | 8,6 | 22 % |
| Dezember | 30,7 | 5,5 | 18 % |
| Jahr | 1.080,5 | 55,1 | 5,1 % |
Die Spalte Schwankung ist eine eigene Rechnung: Standardabweichung geteilt durch Mittelwert. Hamburg und München zeigen dasselbe Muster. In Hamburg reicht die Schwankung von 9 % im Juni bis 24 % im Februar, in München von 10 % im Juli bis 28 % im Dezember. Der Jahresertrag schwankt in Hamburg um 5,1 % und in München um 5,4 %.
Schritt 4 des Monatsanteil-Rechners nutzt diese Werte. Für die 8-kWp-Anlage in Frankfurt beträgt die Standardabweichung im Juli 8 × 12,07 kWh = 97 kWh. Die Prognose lautet damit 1.061 kWh, plus oder minus 97 kWh, also 964 bis 1.158 kWh.
Ein Februar mit 20 % weniger Ertrag als im Vorjahr liegt in Frankfurt innerhalb einer Standardabweichung, denn PVGIS nennt für Februar 25 % Schwankung. Ein Juli mit 20 % Minus liegt dagegen mehr als doppelt so weit vom Mittel entfernt wie die Juli-Standardabweichung von 9 %. Bewerten Sie deshalb Abweichungen immer am Schwankungswert des jeweiligen Monats, nicht an einer festen Prozentgrenze.
Welche öffentlichen Daten liefern Monatswerte für Ihren Standort?
Monatswerte für den eigenen Standort liefern 2 öffentliche Stellen kostenlos: PVGIS der Europäischen Kommission mit Ertrag in kWh und der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit Karten der Globalstrahlung. PVGIS rechnet den Ertrag für Ihre Anlage direkt aus, der DWD zeigt die Einstrahlung als Karte.
PVGIS rechnet den Ertrag aus 5 Angaben: Standort, installierte Leistung in kWp, Systemverlust, Neigung und Ausrichtung der Module. Als Ergebnis nennt PVGIS den mittleren Tages-, Monats- und Jahresertrag, die Einstrahlung auf die Modulfläche und die Standardabweichung je Monat. Laut PVGIS-Handbuch schlägt das Werkzeug 14 % als Schätzwert für den Systemverlust vor. PVGIS berücksichtigt außerdem den Horizont am Standort aus einem Geländemodell.
Das PVGIS-Werkzeug Monthly radiation stellt laut Handbuch monatliche Mittelwerte von Sonnenstrahlung und Temperatur über einen mehrjährigen Zeitraum bereit. Wählbar sind Globalstrahlung auf die horizontale Fläche, Direktnormalstrahlung und der Anteil der Diffusstrahlung. Monthly radiation liefert Einstrahlung, aber keinen Anlagenertrag.
Der Deutsche Wetterdienst ist der nationale meteorologische Dienst Deutschlands. Der DWD bietet im Bereich Solarenergie Karten der Globalstrahlung als mittlere 30-jährige Monats- und Jahressummen sowie Karten der Global-, Diffus- und Direktstrahlung als Monats- und Jahressummen mit Abweichungen. Unter dem Namen DUETT stellt der DWD Globalstrahlungsdaten zusätzlich in einer interaktiven Karte bereit.
| Datenquelle | Liefert | Einheit | Passt für |
|---|---|---|---|
| PVGIS, Grid-connected PV | Monatsertrag, Einstrahlung, Standardabweichung | kWh/Monat, kWh/m² | Monatsprognose Ihrer Anlage |
| PVGIS, Monthly radiation | Monatliche Strahlung und Temperatur, mehrjährig | kWh/m² | Einstrahlung ohne Anlagendaten |
| DWD, Strahlungskarten | Monats- und Jahressummen der Globalstrahlung, 30-jährige Mittel, Abweichungen | Karte | Einordnung eines einzelnen Monats |
| DWD, DUETT | Globalstrahlungsdaten in interaktiver Karte | Karte | Abfrage per Kartenpunkt |
Die DWD-Karten zeigen das Sonnenangebot, nicht den Ertrag einer Anlage. Für den Ertrag braucht es Neigung, Ausrichtung und Verluste, also genau die Angaben, die PVGIS abfragt. Eine Übersicht weiterer Werkzeuge bietet der Beitrag Tools für Ertragsprognose und Wirtschaftlichkeitsanalyse – welche Software wirklich weiterhilft.
Wie prüfen Sie mit der Monatsverteilung, ob Ihre Anlage richtig arbeitet?
Die Monatsverteilung dient als Sollwert für den Vergleich mit den Zählerwerten Ihres Wechselrichters. Liegt ein Monatsertrag innerhalb einer Standardabweichung um den PVGIS-Wert, arbeitet die Anlage im Rahmen der üblichen Wetterschwankung. Größere Abweichungen sind ein Anlass zur Prüfung.
Der Soll-Ist-Vergleich folgt 3 Rechenschritten. Ein Beispiel für eine 10-kWp-Südanlage in Frankfurt mit einem angenommenen Juli-Ertrag von 1.150 kWh:
- Sollwert berechnen: 10 × 132,65 kWh = 1.326,5 kWh.
- Abweichung berechnen: 1.326,5 kWh − 1.150 kWh = 176,5 kWh, also 13,3 % unter dem Soll.
- Abweichung einordnen: Die Standardabweichung beträgt 10 × 12,07 kWh = 120,7 kWh. Die Abweichung entspricht 176,5 ÷ 120,7 = 1,5 Standardabweichungen.
Unsere redaktionelle Prüfregel lautet: bis 1 Standardabweichung Wetter, 1 bis 2 Standardabweichungen Folgemonat und Nachbaranlagen vergleichen, mehr als 2 Standardabweichungen Fachbetrieb einschalten. Das Beispiel mit 1,5 liegt im mittleren Bereich. Der nächste Schritt ist der Vergleich mit dem August.
Die Summe der Monatsanteile ergibt einen zweiten Prüfwert. Bis Ende September erzeugt eine Südanlage laut PVGIS in Hamburg 87,8 %, in Frankfurt 86,8 % und in München 83,7 % ihres Jahresertrags. Von Oktober bis Dezember folgen nur noch 12 bis 16 %. Ein Jahresertrag, der Ende September deutlich unter dem Soll liegt, holt das Defizit im Winter nicht mehr auf.
Ein dauerhaft zu niedriger Ertrag hat technische Ursachen wie defekte Module, Steckverbinder oder Wechselrichterfehler. Messungen und Arbeiten an der Gleichstromseite einer PV-Anlage gehören in die Hände einer Elektrofachkraft. Schnee, Laub oder Verschmutzung auf dem Dach räumen Sie nicht selbst ohne Absturzsicherung. Prüfen Sie Ertrag und Fehlermeldungen vom Boden aus über Wechselrichter-Display oder App und beauftragen Sie für Dacharbeiten einen Fachbetrieb.
💬 Unsere Einschätzung
Die Monatsverteilung ist für Planung wichtiger als für Bewertung. Eine Gegen-These lautet: Für die Wirtschaftlichkeit zählt nur der Jahresertrag. Die PVGIS-Daten widersprechen für jede Nutzung im Winter. Eine 8-kWp-Anlage in Frankfurt liefert im Dezember rechnerisch 245 kWh, also 8 kWh am Tag. Jede Kilowattstunde, die Wärmepumpe, E-Auto und Haushalt im Dezember über diese 8 kWh pro Tag hinaus brauchen, kommt aus dem Netz.
Für die Bewertung einzelner Monate taugt die Verteilung nur mit Schwankungsbreite. PVGIS nennt für Februar in Frankfurt 25 % Standardabweichung, für den Jahresertrag 5,1 %. Ein schwacher Wintermonat sagt über den Zustand der Anlage wenig aus, ein schwacher Juli mehr. Unsere Einordnung: Planen Sie mit Monatswerten, bewerten Sie mit Jahreswerten und schauen Sie nur bei Abweichungen über 2 Standardabweichungen genauer hin.
- Monatsanteile einer Südanlage: Juni und Juli je rund 12 %, Dezember 2,3 bis 4,2 % des Jahresertrags.
- Spezifischer Ertrag laut PVGIS: 977,6 kWh/kWp in Hamburg, 1.080,5 in Frankfurt, 1.136,8 in München.
- Der Monatsanteil-Rechner in 4 Schritten: Jahresertrag bestimmen, Monatsanteil wählen, Monatsertrag rechnen, Schwankungsbreite ergänzen.
- Jahresertrag durch 12 überschätzt den Dezember in Frankfurt um den Faktor 2,9.
- Monatswerte schwanken in Frankfurt um 9 bis 25 %, der Jahresertrag um 5,1 %.
- Bis Ende September sind 84 bis 88 % des Jahresertrags erzeugt.
Häufige Fragen zum PV-Ertrag pro Monat
Gilt die Prozentverteilung auch für Ost-West-Dächer?
Die Prozentverteilung in den Tabellen gilt nur für exakte Südausrichtung mit 35° Neigung. PVGIS fragt die Ausrichtung als eigene Angabe ab. Für ein Ost-West-Dach rechnen Sie jede Dachhälfte mit ihrer Ausrichtung in PVGIS und addieren die Monatswerte beider Hälften.
Wie berechne ich die Monatswerte für ein Balkonkraftwerk mit senkrechten Modulen?
Ein Balkonkraftwerk mit senkrecht hängenden Modulen braucht eine eigene PVGIS-Abfrage mit 90° Neigung und der Ausrichtung des Balkons. Die Tabellen dieses Beitrags gelten für 35° Neigung. Tragen Sie in PVGIS die Modulleistung in kWp ein, also zum Beispiel 0,9 kWp für Module mit zusammen 900 Watt Nennleistung.
Warum ergeben die Prozentwerte zusammen nicht genau 100 %?
Die Prozentwerte sind auf eine Nachkommastelle gerundet. Die Summe der 12 Monatsanteile ergibt deshalb 99,9 bis 100,1 %. Für genaue Rechnungen nutzen Sie die Monatswerte in kWh/kWp aus PVGIS direkt, denn deren Summe entspricht dem Jahresertrag.
Welcher Zeitraum steckt hinter den PVGIS-Monatswerten?
Die PVGIS-Monatswerte sind Mittelwerte über die Jahre 2005 bis 2023. Grundlage ist die Strahlungsdatenbank PVGIS-SARAH3, die PVGIS 5.3 für Europa standardmäßig nutzt. Ein einzelnes Kalenderjahr weicht von diesem Mittel ab, wie die Standardabweichung je Monat zeigt.
Quellen
- PVGIS 5.3, Grid-connected PV (PVcalc), Abfragen für Hamburg, Frankfurt am Main und München · re.jrc.ec.europa.eu · Monatsertrag E_m, Einstrahlung H(i)_m und Standardabweichung SD_m für 1 kWp, kristallines Silizium, 35° Neigung, Süd, 14 % Systemverlust, freie Aufstellung, Horizont aus Geländemodell; Datenbank PVGIS-SARAH3, Jahre 2005–2023 (abgerufen 10/2026)
- PVGIS 5 User Manual · joint-research-centre.ec.europa.eu · 14 % als vorgeschlagener Systemverlust mit Erklärung; PVGIS-SARAH3 für Europa, 2005–2023, 5 km Auflösung, Standard in PVGIS 5.3; Funktion des Werkzeugs Monthly radiation (abgerufen 10/2026)
- Globalstrahlung (mittlere 30-jährige Monats- und Jahressummen) · dwd.de · Kartenangebot des Deutschen Wetterdienstes zu langjährigen Monatssummen der Globalstrahlung (abgerufen 10/2026)
- Global-, Diffus- und Direktstrahlung (Monats- und Jahressummen sowie Abweichungen) · dwd.de · Kartenangebot des Deutschen Wetterdienstes zu Monats- und Jahressummen mit Abweichungen (abgerufen 10/2026)
- DUETT Daten der Globalstrahlung – Interaktive Karte · dwd.de · interaktive Karte des Deutschen Wetterdienstes zu Globalstrahlungsdaten (abgerufen 10/2026)
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